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Endlich wieder fliegen

Aukrug Endlich wieder fliegen

Straff im Sitz festgezurrt, bekommen die Segelflieger beim Start die physikalischen Kräfte zu spüren. Auf etwa 100 Sachen wird das kleine Flugzeug schon am Boden beschleunigt, sobald es abhebt, wird es noch schneller. Mit großer Freude genießen die Segelflieger in Aukrug den Saisonstart und das gute Wetter. So ein Plastik-Flugzeug kann eben doch etwas mehr als ein Joghurtbecher, witzeln die Flieger.

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Hoch über Aukrug in der Kurve: Pilotin Elke Fuglsang-Petersen erklärt in 300 Metern Höhe, was unten zu sehen ist.

Quelle: Nora Saric

Aukrug. Es rüttelt und zieht an dem Doppelsitzer. Steil schießt der Flieger hoch in den Himmel, angetrieben von einer Stahlseilwinde. Die Reibung lässt die Luft rauschen. Nur Himmel ist durch das transparente Cockpit-Dach zu sehen, bis sich das Flugzeug langsam in die Waagerechte legt. Plötzlich zeigt sich ein Ausblick über Aukrug und den Naturpark, der völlig neue Perspektiven eröffnet. „Schade, dass die Sicht heute so trübe ist“, bedauert Pilotin Elke Fuglsang-Petersen am Freitag in 300 Meter Höhe. „Man kann nicht mal das Nachbardorf Gnutz sehen.“

 Am Vormittag treffen die Segelflieger bereits auf dem Flugplatz ein. Gemeinsam ziehen die Piloten mit den Flugschülern die vereinseigenen Flieger aus der Halle. Es folgt ein kurzes Briefing: Fluglehrer Peter Burkhard wird mit Fabian Klingmann, mit 15 Jahren der jüngste Flugschüler, abheben. Die Seilwinde bedient Hans-Hartwig Jessen. Die Start-Leitung übernimmt vorerst Elke Fuglsang-Petersen. Die anderen Piloten fliegen selbst und helfen, die Maschinen zu prüfen und die Tragflächen beim Start gerade zu halten. „Für einen reibungslosen Flugbetrieb ist es gut, mindestens vier Leute für diese Aufgaben am Boden zu haben“, erklärt Fuglsang-Petersen. Alle lösen sich gegenseitig ab, damit jeder mal in die Luft kommt.

Straff im Sitz festgezurrt, bekommen die Segelflieger beim Start die physikalischen Kräfte zu spüren. Auf etwa 100 Sachen wird das kleine Flugzeug schon am Boden beschleunigt, sobald es abhebt, wird es noch schneller. Mit großer Freude genießen die Segelflieger in Aukrug den Saisonstart und das gute Wetter. So ein Plastik-Flugzeug kann eben doch etwas mehr als ein Joghurtbecher, witzeln die Flieger.

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 „Wir fangen Mitte bis Ende März an, wenn das Wetter es zulässt, und fliegen bis in den Oktober hinein“, erzählt die Pilotin weiter. „Der Winter ist lang.“ In dieser Zeit werden die Flugzeuge gewartet, Teile ausgetauscht, die Fallschirme geprüft und neu gepackt und die große, vereinseigene Anlage gepflegt. Dazu gehören unter anderem auch 1400 Meter Knick. Wenn das erledigt ist, sind alle 50 aktiven Vereinsmitglieder wieder ganz wild darauf, endlich wieder zu fliegen. „Dann sind alle froh, wenn man wieder so viel Spaß haben kann.“

 Je nach Thermik, die Aufwinde, die der Pilot für den Auftrieb nutzt, könnte ein Flug sechs bis acht Stunden dauern, sagt Jung-Pilot Melvin Sell (18). „Bis zu 1000 Meter hoch fliegen wir oft“, ergänzt Elke Fuglsang-Petersens Mann Jochen. „Das sportliche Ziel ist, möglichst weit zu fliegen, das Wetter geschickt und lange auszunutzen.“ Der Vereinsrekord liege bei über 700 Kilometern. „Schleswig-Holstein ist ein Traum. Man kann ohne Probleme von einer Küste zur anderen fliegen.“ Jonas, der 17-jährige Sohn des Piloten-Paars, macht sich gerade startklar. Er hat erst vergangenes Jahr seinen Segelflugschein gemacht. Die Ausbildung dauert zwei Jahre.

 Während des Fluges kreist Elke Fuglsang-Petersen über dem Flugplatz. Nach einer Rechtskurve in Schräglage beginnt der Sinkflug. Zwischen einem halben und einem Meter sinkt so ein Flugzeug je nach Typ ohne Auftrieb im Schnitt. So kann die Pilotin sanft auf der langen Grasbahn landen. Sie lacht: „Das einzige, was jetzt so geruckelt hat, waren die Maulwurfshügel.“

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