21 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Versorgung in Kopperpahl schlecht

Kronshagen Versorgung in Kopperpahl schlecht

Es sind zwei ungleiche Schwestern: die ehemaligen Dörfer Kronshagen und Kopperpahl. Während im ersten das Rathaus, Schulen, Versorgungsbetriebe, Kirchen sowie Bahnhof stehen und die Ortskernplanung läuft, wird das zweite vor allem durch Hochhäuser, Bundeswehr, Automeile und Durchgangsstraße geprägt.

Voriger Artikel
Mit Promille in den Graben
Nächster Artikel
Mit "Feodora II" auf Frachtersafari

Leerstände auch in der Ladenzeile in der Eckernförder Straße.

Quelle: Torsten Müller

Kronshagen. Kopperpahl scheint der Verlierer der modernen Entwicklung zu sein. Uwe Hartwig, Vorsitzender des Seniorenbeirates, macht sich schon seit Längerem Sorgen um den Kronshagener Ortsteil, in dem er seit 1980 lebt. „Die Versorgungslage ist unzureichend und sozial geförderter Wohnungsbau nicht mehr vorhanden“, beklagt er.

 Dabei fing die Entwicklung nach dem Krieg optimistisch an – Kopperpahl expandierte. In den 50er Jahren errichteten die Siedler gemeinschaftlich ihre Häuser, Ende der 60er Jahre begann der Bau des mit öffentlichen Mitteln finanzierten Hochhausgebietes Fußsteigkoppel. Bereits 1976 siedelte sich Aldi in der Johann-Fleck-Straße an. Der moderne Wandel forderte aber auch seinen Preis: Nach der Verbreitung der Eckernförder Straße wurde die Gaststätte Waidmannsruh 1983 abgerissen. Jahrzehntelang war ihr großer Saal gesellschaftliches Zentrum in Kronshagen. „Damals standen auf der Wiese noch Kühe“, erinnert sich Hartwig. Anstelle von Gaststätte und Ställen entstand eine attraktive Ladenzeile mit Ärztehaus.

 Jetzt bietet sich Hartwig dort ein anderes Bild: Leerstände sind an vielen Stellen zu beobachten. „Die Schließung von Plus und Aldi war ein herber Einschnitt für Kopperpahl“, sagt er. Auch die Ladenzeile wandelte sich: Arztpraxen, Drogerie, Kneipe und Schreibwarenladen schlossen. Bereits 1999 hatte die Post den Ortsteil verlassen; auch der TV-Händler verabschiedet sich. Als einziger Supermarkt ist Markant in der Albert-Schweitzer-Straße geblieben.

 Hartwig vermisst im Rathaus Planungsinitiativen, um die Nahversorgung im Ortsteil zu verbessern. Der Seniorenbeirat unterstützt den Vorstoß aus der Politik, in Kopperpahl einen eigenen Wochenmarkt zu errichten. In der Verwaltung sei dieser jedoch, so der Vorsitzende, „halbherzig“ aufgenommen worden. „Sie hat die Werbung an den Landesverband der Marktbeschicker übergeben.“ Nach seiner Ansicht sollte die Gemeinde einen zweiten Markt zumindest versuchsweise für ein halbes Jahr ausprobieren.

 Neben der Versorgungslage bereitet Hartwig auch der Mangel an neuem preisgünstigen und seniorengerechten Wohnraum Sorgen. Zwar entstehen gerade an der Johann-Fleck-Straße mehr als 50 Eigentumswohnungen, aber immer wieder ist von älteren Kopperpahlern zu hören, dass ihnen die Kaufpreise zu hoch sind, um ihre eigenen Häuser zu verlassen.

 Im aktuellen Wohnungsmarktkonzept für ganz Kronshagen stellt die Gemeinde fest, dass über die Wohnungsunternehmen kaum seniorengerechte Wohnungen und keine behindertengerechten Wohnungen zur Verfügung stehen. Ohne Neuzugänge werde die Zahl der geförderten Wohnungen bis 2031 auf vier Wohnungen und bis 2035 sogar auf null Wohnungen zurückgehen. Derzeit gibt es noch 198 Sozialwohnungen mit einer Belegungsbindung.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Events: Rendsburg

Veranstaltungen in
Rendsburg. Aktuelle
Termine, News, Infos

THW-Liveticker!

Alle THW-Spiele live
online verfolgen. Mit
dem THW-Liveticker

Anzeige