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Senvion in Osterrönfeld Mit einem Klick nach Australien

Von der 5000-Einwohner-Gemeinde in die weite Welt: In der Leitwarte seines Technologiezentrums in Osterrönfeld hat der Windanlagenhersteller Senvion die Kontrolle über seine 6000 Windkraftanlagen an Land und auf Meeren in 24 Ländern weltweit.

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 Fehlerhafte Windkraftanlagen werden auf einem Großbildschirm angezeigt. "In Kap Nelson in Australien haben wir ein Problem“, sagt Sabine Meyer.

Quelle: Wolfgang Mahnkopf

Osterrönfeld. Ob im 20 Kilometer entfernten Windpark Osterrade in der Gemeinde Bovenau oder über die Distanz von 16000 Kilometern zum Kap Nelson an der Südküste Australiens – die Mitarbeiter im Erdgeschoss des neunstöckigen Gebäudes, unweit vom Nord-Ostsee-Kanal gelegen, sind mit allen Windmühlen über Computer-Netzwerke verbunden und sorgen für einen störungsfreien Betrieb.

„Die Maschinen müssen laufen. Denn wir sichern unseren Kunden in Wartungsverträgen eine Verfügbarkeitszeit zu“, erläutert Sabine Meyer. Die Leiterin der Leitstelle betont: „Wenn wir unsere Verträge nicht erfüllen, sind Entschädigungen fällig.“ Um Zahlungen zu vermeiden, sei die Leitstelle 24 Stunden an jedem Tag im Jahr besetzt.

Herzstück des Kontrollraumes ist ein Großbildschirm mit einer Weltkarte, sichtbar für das gesamte Team. „Wenn in einer Windkraftanlage ein Fehler auftaucht, dann erscheint dort, aber auch auf den Bildschirmgeräten der Mitarbeiter die entsprechende Information.“ Rotorblätter mit Unwucht, heiß gelaufenes Getriebe, Ausfall eines Sensors – die Mitarbeiter in dem Hochsicherheitstrakt versuchen, den Fehler über eine Steuerungssoftware zu analysieren und beheben.

„Wenn das nicht gelingt, wird einer der 600 Techniker aus dem zuständigen Servicestützpunkt mit der Reparatur beauftragt. Das würde Geld kosten“, erläutert Sabine Meyer. Etwa 70 Prozent der Fehler können von Osterrönfeld aus behoben werden. Im Falle eines Auftrages teile die Leitwarte die Art der Fehlerbehebung, beispielsweise ein bestimmtes Austauschteil, mit. „Dafür haben wir PC-Programme als Nachschlagwerk erarbeitet.“ Immerhin seien 750 KW – wie auch sechs Megawatt-Windmühlen zu betreuen.

60 Mitarbeiter, darunter Maschinenbauingenieure und Elektrotechniker, bearbeiten in der Leitwarte an 20 Computerplätzen die Fehlermeldungen, aber auch Zustandsbeschreibungen wie beispielsweise zu hohe Windgeschwindigkeiten und Anfragen bei Wartungsarbeiten. „Das Leitwarteteam muss sich auf Deutsch und Englisch mit den 600 Servicetechnikern verständigen können“, sagt Sabine Meyer. Gearbeitet wird jeweils in vier Schichten mit mindestens zehn Mitarbeitern. Sollte die Zentrale zur weltweiten Kontrolle und Steuerung in Osterrönfeld ausfallen, dann steht Ersatz bereit. „Wir verfügen in unserem Trainingszentrum für Servicetechniker in Büdelsdorf über eine zweite Leitwarte. Dort sind wir 20 Minuten nach dem Störfall wieder einsatzfähig.“

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