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Das Sinjen-Haus wird umgebaut

Kronshagen Das Sinjen-Haus wird umgebaut

Das alte Sinjen-Haus in Kronshagen wird nicht abgerissen. Die Gemeinde will das Gebäude in der Kieler Straße 148 umbauen. Dadurch soll dringend benötigter Wohnraum für anerkannte Flüchtlinge geschaffen werden. Für diese Lösung sprach sich der Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstagabend einstimmig aus.

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Historisches Gebäude: Der Landwirt Claus Sinjen, Gemeindevorsteher von 1887 bis 1910, ließ das Haus in der Kieler Straße errichten. Das Gemeindebüro befand sich damals im Erdgeschoss.

Quelle: Torsten Müller

Kronshagen. So ganz ohne Knurren ging es bei dieser Entscheidung allerdings nicht ab. Die Gemeinde hatte die Immobilie Ende vergangenen Jahres mit der Absicht erworben, dort reguläre Flüchtlinge unterbringen. Zu dieser Zeit stand Kronshagen vor dem Problem, viele Menschen aufnehmen zu müssen. Als im Rahmen der Umbauplanung der Brandschutz-Ingenieur des Kreises Rendsburg-Eckernförde hinzugezogen wurde, gab’s eine böse Überraschung: Weil das alte Gebäude als Unterkunft genutzt werden sollte, mussten höhere Anforderungen erfüllt werden als bei Wohnungen. Plötzlich erhöhten sich die Umbaukosten um 100000 Euro auf 210000 Euro – dicke Luft im Rathaus. Zweifel wurden laut, ob die neue Situation wirklich eine „Überraschung“ war. Wolfgang Weskamp (SPD) sprach jetzt von einem „Planungsfehler“.

 Doch im Nachhinein erwies sich das Fiasko als Chance, da die Gemeinde händeringend nach Wohnraum für anerkannte Flüchtlinge sucht. Sie müssen die Unterkünfte verlassen, wenn sie das Bleiberecht erhalten. Durch den jetzt geplanten Umbau können befristet für insgesamt zehn Jahre drei Wohnungen für Familien entstehen. Weil das keine heimähnliche Unterbringung ist, fallen Brandschutzauflagen und Kosten geringer aus: Statt 210000 Euro sind nun nur noch 114000 Euro kalkuliert. Thomas Kahle (CDU) war erleichtert und sah die Wohnraumschaffung als „gute Lösung“ an. Auch Marja-Leena Tuominen-Flath (FSK) freute sich, dass die Gemeinde nun wieder bei den Ursprungskosten angelangt sei. Wolfgang Weskamp (SPD) blieb allerdings unzufrieden: Die Kosten seien zwar gleich, aber die Anzahl der Bewohner geringer – statt 25 nun nur noch 13. Gunnar Heintze (SPD) plädierte für eine differenzierte Kostenbetrachtung, schließlich bekomme Kronshagen auch Miete. Bürgermeister Uwe Meister schätzte die Einnahmen auf etwa 200000 Euro in zehn Jahren.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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