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Hinaus raus in die Sonne!

Rendsburg Hinaus raus in die Sonne!

Am Wasser sitzen, Picknick im Park, Sonne tanken an der Eider – der Frühsommer hat Rendsburg fest im Griff. Seit die Maisonne wärmt, hat sich das Leben in der Stadt unter den freien Himmel verlagert. Selbst Lehrer verlegen den Unterricht ins Freie.

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Die fünfte Klasse von Deutschlehrerin Christine Mitzkus übt an der Herderschule Gedichtinterpretationen im Freien ein.

Quelle: Merle Schaack

Rendsburg. Für Petra Andreotti-Storm bedeutet der Sommereinbruch einiges an Mehrarbeit. Die 52-Jährige ist Inhaberin einer Eisdiele am Schiffbrückenplatz. „Die Leute haben auch schon früher im Jahr Eis gekauft, wenn die Sonne schien. Aber jetzt ist es, als hätte jemand einen Schalter umgelegt“, sagt sie. Mittags- und Nachmittags-Ansturm sind nur noch mit zwei Bedienungen zu bewältigen. „Und wir müssen größere Bestellungen abgeben.“ Besonders gefragt seien die Klassiker Schokolade, Vanille und Erdbeere. „Aber jetzt, wo es wärmer ist, gehen auch Frucht- und Joghurtsorten gut, weil sie erfrischen“, sagt Andreotti-Storm, die über mehr als 20 Jahre Eisdielen-Erfahrung verfügt.

 Eine Erfrischung für den Kopf gibt es auch für einige Schüler der Herderschule. Nicht nur der Sportunterricht findet nun im Freien statt. Ein Biologie-Lehrer übt mit seiner Klasse das Bestimmen von Pflanzen im angrenzenden Stadtpark. Auch Deutsch, Chemie und Englisch sind im Freien möglich. Die fünfte Klasse von Deutschlehrerin Christine Mitzkus soll in einer Unterrichtsarbeit ein Gedicht szenisch einüben. „Heut’ singt der Salamanderchor!“, tönt es in den Worten Robert Gernhardts über den Schulhof, auf dem die Schüler in kleinen Gruppen üben. „Die Kinder zieht es bei diesem Wetter einfach nach draußen. Deshalb gehe ich gern mit ihnen raus, wenn es zum Stoff passt“, sagt Mitzkus. „Vor einer Klassenarbeit würde ich es aber nicht machen, denn hier draußen ist die Ablenkung natürlich auch größer.“ Dann trommelt sie ihre Klasse zusammen, um sie die Interpretationen vorführen zu lassen.

 In unmittelbarer Nachbarschaft hat sich der fünfköpfige Chemiekurs von Christine Widderich im Halbschatten unter einem Baum in Texte über die Inhaltsstoffe von Waschmittel vertieft. „Das erste, was ich hörte, als ich in die Klasse kam war ,Können wir rausgehen?’ – noch vor ,Hallo’“, sagt Widderich lachend. „Und weil das in Chemie nicht immer möglich ist, nutzen wir jetzt die Gelegenheit.“

 Am Ende des Stadtparks nimmt auch der Betrieb im „Wohnmobilhafen“ Fahrt auf. Die norwegischen Camper Arne Jørgensen, Enna Svela und Jon Svela haben es sich auf Klappstühlen vor ihren Gefährten gemütlich gemacht. „Wir sind auf Tour durch Nordeuropa“, erzählt Jørgensen. Aus der Heimat in der Nähe von Stavanger ging es über Schweden und Dänemark nach Deutschland. Inzwischen sind die Freunde auf der Rückreise und machen in Rendsburg Halt, ehe es nach einem letzten Stopp in Schleswig wieder in die Heimat geht. „Am 17. Mai ist Nationalfeiertag“, sagt Jørgensen. „Der ist wichtig, da muss man zu Hause sein.“ Schon zum sechsten Mal ist Rendsburg Teil ihrer traditionellen Urlaubs-Route. „Es liegt günstig auf dem Heimweg. Und hier können wir schön an der Eider und am Kanal Radfahren.“

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