16 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Asylbewerber werden mobil

Altenholz Asylbewerber werden mobil

Dreckige Finger für den guten Zweck: Die Sozial-AG des Gymnasiums Altenholz setzte den Startschuss für ihre Fahrradreparatur-Aktion, bei der kaputte Fahrräder fit gemacht und anschließend an Flüchtlinge verteilt werden sollen.

Voriger Artikel
Konstruktive konkrete Vorschläge
Nächster Artikel
Jetzt kommt der Abriss

Die angehende Abiturientin Luisa-Mariel und der neunjährige Lasse setzen auf Teamarbeit: Gemeinsam haben sie sich den kaputten Fahrradständer vorgenommen und gegen einen neuen ausgetauscht.

Quelle: Lutz Timm

Altenholz. Mit der Unterstützung von Lehrerin Bettina Bülow und Technik-Lehrer Naakkve Fischer sowie zwei motivierten Helfern bastelten rund zehn junge Menschen auf dem Schulhof an den verkehrsuntüchtigen Drahteseln herum – und stellten so die Weichen für mobile Asylbewerber.

Zerrissene Kabel, abgebrochene Ständer oder platte Reifen – die größeren und kleineren Schäden an den 18 gespendeten Fahrrädern wollen die Teilnehmer in drei Projektnachmittagen gemeinsam beheben. Anschließend werden die Zweiräder von der Gemeinde und dem Freundeskreis Asyl, die an der Aktion beteiligt sind, an die rund 90 Flüchtlinge im Ort übergeben.

„Die Sozial-AG hat sich bisher im Schwerpunkt um ältere Menschen gekümmert“, erklärte die Leiterin Bettina Bülow. „Durch die Flüchtlinge ergibt sich ein neues gesellschaftliches Thema, bei dem wir uns engagieren möchten.“ Die Idee zum Reparaturprojekt sei durch eine Anfrage der Gemeinde entstanden und wurde von den Schülern sehr positiv aufgenommen. „Die Mobilität ist bei Flüchtlingen immer ein Problem und wir sind froh, dass wir in diesem Betätigungsfeld aktiv werden können“, erzählte sie. Unterstützt werde die AG vom Förderverein, dem Fahrradladen Pi Quadrat und der Gemeinde.

Freiwillig zum Schraubernachmittag gemeldet hatte sich auch die angehende Abiturientin Luisa-Mariel (19). Zusammen mit Lasse (9) wechselte sie bei einem Damenfahrrad den abgebrochenen Ständer aus. Warum sie dabei ist? „Ich habe im Winter viele Flüchtlinge ohne Jacke und zu Fuß durch die Gegend laufen sehen“, erzählte sie. „Danach wollte ich ihnen einfach helfen, hier heimisch zu werden.“ Auch der Siebtklässler Rune packte kräftig mit an und ist überzeugt, dass die Arbeit Früchte trägt. „Wenn die Flüchtlinge Fahrräder haben, können sie besser einkaufen gehen, Freunde besuchen oder zur Schule fahren.“ Der Zwölfjährige ist schon länger in der Sozial-AG aktiv und wollte gerne helfen.

Doch nicht nur Schüler setzten auf die handfeste Flüchtlingshilfe: Rentner Erwin Haberer und sein Nachbar Volker Lorenz waren ebenfalls mit Werkzeug ausgerüstet im Einsatz. Über den Freundeskreis Asyl seien sie dazu gekommen und wollen „sich gerne sozial engagieren“. Haberer freute sich über die Arbeit mit jungen Menschen und wusste: „Wer schon mal in Kinderaugen geguckt hat, wenn sie ein neues Fahrrad bekommen, der weiß, wie sinnvoll die Aktion ist.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Eckernförder Bucht

Schiffspositionen in
der Eckernförder Bucht,
dem NOK & der Ostsee

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige