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Soziales Engagement im Blick

Ehrenamtsmessen in Gettorf und Eckernförde sollen Bereitschaft fördern, sich gesellschaftlich einzubringen Soziales Engagement im Blick

Die Landjugend will zeigen, dass sie „nicht nur feiert und trinkt“. Und das Rote Kreuz möchte mit dem Vorurteil aufräumen, dass dieser Verband „nur etwas für ältere Leute“ sei. Die Gelegenheit dazu besteht am 28. Februar in Gettorf: Erstmals öffnet sich das Kultur- und Bildungszentrum für eine Ehrenamtsmesse.

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Gettorf. Das „Ehrenamt bewegt“ - unter diesem Motto soll dargestellt werden, warum es sich lohnt, auch ohne Bezahlung etwas für seine Mitmenschen zu leisten und warum dies für eine funktionierende Gesellschaft unverzichtbar ist. Diese Idee wird jetzt nicht nur in Gettorf, sondern auch in Eckernfördeaufgegriffen.

Träger der Gettorfer Messe ist das Amt Dänischer Wohld, Organisator das Institut Agenda Regio aus Eckernförde. Um das Interesse an dieser Messe abzufragen und noch offene Fragen zu klären, hatten Amtsdirektor Matthias Meins sowie Dr. Dieter Kuhn und Barbara Bollmann von Agenda Regio am Montagabend Vertreter von regionalen Vereinen und Verbänden zu einem Vorbereitungstreffen eingeladen. Dass der große Sitzungssaal im Dachgeschoss der Amtsverwaltung aus allen Nähten platzte, überraschte die Gastgeber angenehm. „Wir sind eine Region, die großen Wert auf Soziales legt. Hier wollen wir die Nummer eins sein und bleiben“, sagte der Amtsdirektor.

Wie Kuhn erläuterte, ist ein Drittel der Bevölkerung ehrenamtlich tätig. Ein weiteres Drittel sei angeblich bereit, sich in seiner Freizeit unentgeltlich für kulturelle, soziale oder sportliche Belange einzusetzen. Das Problem: „Viele Leute wissen gar nicht, wie und wo sie sich in ihrer Gemeinde ehrenamtlich einbringen können“, sagte Stephi Johannsen von der AWO. Uwe Karstens, unter anderem Mitglied in der Heimatgemeinschaft und im Gettorfer Windmühlen- und Verschönerungsverein, machte auf ein anderes Problem aufmerksam: die Überalterung „Für ein Ehrenamt bekommt man meistens nur ältere Leute, die in Rente gehen“, so Kartens' Erfahrung.

Auch die Sportvereine leiden darunter, dass immer weniger Menschen die Bereitschaft (oder die Zeit) fehlt, unentgeltlich Aufgaben zu übernehmen. „Einen Übungsleiter auf ehrenamtlicher Basis zu finden, ist heute fast nicht mehr möglich“, klagte GTV-Vorsitzender Gunnar Buchheim. Vielleicht hat der Chef des größten Gettorfer Sportvereins nach der Messe eine Sorge weniger.

„Wir wollen nicht nur neue Mitarbeiter fürs Ehrenamt gewinnen, sondern auch ehrenamtliche Aktivitäten vernetzen“, fasste Dieter Kuhn zusammen. Dabei gehen er und der Organisator der Eckernförder Messe, Sven Wlassack, mit gutem Beispiel voran. „Wir planen zum Beispiel eine gemeinsame Pressearbeit und auch eine gemeinsame Podiumsdiskussion“, so Kuhn.

Ehrenamtsmesse am 28. Februar von 11 bis 17 Uhr im Kultur- und Bildungszentrum Gettorf. Anmeldungen von Vereinen/Verbänden bis 15. Dezember bei Agenda Regio, Tel. 04351/735270. Internet: www.ehrenamtmessen.de

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