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Filous Künste treffend inszeniert

Schwedeneck/Dänischenhagen Filous Künste treffend inszeniert

Voller Erfolg bei doppelter Premiere: Die Speeldeel Dänischenhagen begeisterte in Mißfeldts Gasthof in Krusendorf das Publikum mit ihrer Erstaufführung des Lustspiels Filou blifft Filou.

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August Mümme (rechts) muss ausbaden, was sein Vetter verbockt hat. Die Kunden Inge Janssen, Jochen Wittkopp und Otto Hedderer (von links) fordern ihr Geld zurück.

Quelle: Lutz Timm

Schwedeneck/Dänischenhagen. Nach einjähriger Bühnenabstinenz und in neuer Wirkungsstätte zeigte das Ensemble um die spielerische Leiterin Frauke Willrodt sein schauspielerisches Können und traf mit dem niederdeutschen Dreiakter von Claus Woberg den Nerv der sichtlich überzeugten Gäste.

Im Mittelpunkt des rasanten Verwirrspiels steht der Heiratsvermittler Waldemar Möller (Jochen Besler). Der ehemalige Landmaschinenhändler ist pleite, hat aber die Hoffnung nicht verloren, beziehungswilligen Leuten mit seiner Vermittlungsagentur das Geld aus der Tasche zu ziehen. Sein Motto: „Warst du öller, kam to Möller.“ Immer ein wenig windig, dabei aber überzeugend ehrlich, schafft er es, seine Dienstleistung an den Mann und die Frau zu bringen. Mit im Boot sitzt sein Vetter August Mümme (Wilke Visser), der eigentlich aussteigen möchte, aber letztlich doch mit in die turbulente Entwicklung des dörflichen Beziehungsmarktes hineingezogen wird.

Immer die unbezahlten Rechnungen im Blick und das große Los vor Augen, verspricht Möller seinen Kunden den passenden Partner und lässt sich dafür fürstliche Anzahlungen geben. Neben der heiratswilligen Amanda Roggepiel (Lydia Türke), einem vornehmen alternden Fräulein, sucht auch der Eier- und Milchhändler mit Vorliebe für Indianer, Otto Hedderer (Hermann Schnoor), einen neuen Partner. Allerdings als Ersatz für seine jetzige Gattin, Olga Hedderer (Dorit Bürger), die ihm das Leben zur Hölle macht. Die wiederum sucht ohne das Wissen ihres Ehemanns ebenfalls das Heiratsinstitut auf, um ihren Mann loszuwerden. Auch die junge Hoferbin Inge Janssen (Kerstin Thomsen) und Bauer Jochen Wittkopp (Jürgen Baasch) setzen auf Möllers Dienste, der sich in immer wilderen Ausreden verstrickt – bis es zum großen Finale kommt und das Kartenhaus aus falschen Versprechungen, gewitztem Hinhalten und schelmischer Wortklauberei einzustürzen droht. Doch Möller wäre nicht der namensgebende Filou, wenn er nicht eine Ausrede parat hätte.

„Es bringt wie immer viel Spaß“, zeigte sich auch Regina Lukat begeistert. Die Altenholzerin hält der Speeldeel seit 1978 die Treue und freute sich über die „bravouröse Leistung im neuen Saal“. Sie bewundere das freimütige Aufspielen der Laientruppe und ist überzeugt: „Theater auf Platt ist etwas Besonderes und muss erhalten bleiben.“

Das sahen wohl auch die anderen rund 130 Premierengäste ähnlich und bedachten die überzeugenden und bestens vorbereiteten Schauspieler nach der Aufführung mit stehenden Ovationen.

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