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Trommler kämpfen gegen Flötisten

Spielergarde Nortorf Trommler kämpfen gegen Flötisten

Die Spielergarde aus Nortorf probt in Gnutz für Deutsche und Europäische Meisterschaften der Spielmannszüge Anfang Juli. Fernab vom Standard bekämpfen sich in der Choreografie Trommler und Flötisten in kurzen Attacken zur Musik von „Fluch der Karbik“. Die Musiker geben alles.

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Zackig um die Kurve: Die Spielergarde Nortorf übt auf dem Gnutzer Sportplatz für die Deutsche Meisterschaft.

Quelle: Beate König

Nortorf/Gnutz. „Haaaa!“, tönt ein kerniger Schrei auf dem Sportplatz in Gnutz. Doch keine martialischen Kampfsportler trainieren, sondern die Nortorfer Spielergarde. Sie probt eine Kampfszene mit Musik für die Deutschen und Europäischen Meisterschaften im Juli.

 Jungs gegen Mädchen funktioniert in der kreativen Denke der Spielergarde so: Zwei lange Reihen musizierender Kämpfer marschieren zur Film-Musik von „Fluch der Karibik“ im zackigen Gleichschritt aufeinander zu, heben Flöten und Drumsticks wie Säbel in die Luft und schlagen zu – das allerdings Material schonend sanft.

 Von Spielmannszug-Märschen im linientreuen Block ist die Show der Spielergarde meilenweit entfernt. Zu immer neuen, unvermuteten Figuren stellen sich die Musiker im Dauerlauf zusammen. Kaum ist die klassische Windmühle erkennbar, werden daraus Dreiergruppen, die sich Rücken an Rücken drehen, kurz knien ein paar Flötistinnen, dann fächert sich die gesamte Gruppe mit großen Schritten zum raumfüllenden Bild. Ein Formationstanz mit Instrumenten, der vor Witz und Konzentration nur so sprüht. „Das ist Leistungssport“, sagt Vorsitzende Maggi Peemöller.

 Die Grashalme auf der Route, auf der die Garde wieder und wieder ihre Marsch-Choreographie probt, zeigen am Sonntag schon leichte Ermüdungserscheinungen. Sie liegen auf dem Boden, geplättet von Musikerfüßen auf Meisterschaftskurs. 17 Kilometer oder 20000 Schritte haben alle am frühen Nachmittag bereits hinter sich. Zwei Stunden Training stehen noch bevor. Ohne Ausdauer geht da gar nichts. Was leicht aussieht, hat Gewicht: 13,5 Kilogramm schwer ist das Marimbaphon, das Sarah Bockelmann trägt und spielt.

 So jung die Garde mit den Spieler zwischen acht und 27 Jahren auch ist, dem Zufall überlassen sie wie alte Hasen nichts. Am Dach der Mannschaftskabine hat Timo Kröger eine Kamera installiert, die jeden Fehler dokumentiert. Später wird anhand des Filmmaterials korrigiert. Schon beim Training sind Uniform-Hüte Pflicht. „Dann kann man erkennen, ob die Kopfhaltung stimmt“, erklärt Sarah Bockelmann, die mit ihrer Schwester Katja Bockelmann, Stabführerin Lisa Paulsen und Timo Kröger zum Trainerteam gehört.

 Seit 2004 entwickeln die jungen Musiker ihre Choreografien selbst und studieren sie mit enormem Zeitaufwand ein. Zwei Mal pro Woche wird in musikalischen Proben die ruhigen und schmissigen Stücke in einzelnen Instrumentengruppen und mit dem Gesamtorchester musikalisch genau einstudiert, dazu kommen bis zu drei Probe-Wochenenden im Jahr und jetzt, kurz vor den Meisterschaften in Rastede in Niedersachsen, noch mal Lauftraining.

 Der Erfolg: Bei den Weltmeisterschaften 2015 in Kopenhagen schaffte die mit 23 Spielern vergleichsweise kleine Garde als eine von 50 Startern immerhin Platz 16 bei der Marsch- und Platz 23 in der Showbewertung. Wie weit nach vorn sich die Musiker vom 1. bis 3. Juli bei den Meisterschaften in Rastede spielen, weiß keiner. Was schon jetzt stimmt, ist die Motivation. Sie geben alle 100 Prozent.

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