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Wie aus Glocken Kanonenkugeln wurden

St. Martin in Nortorf Wie aus Glocken Kanonenkugeln wurden

Für die Kirchengemeinde St. Martin in Nortorf jährt sich ein einschneidendes Ereignis. Vor 100 Jahren wurden die beiden großen Bronzeglocken abgehängt, eingeschmolzen und zu Kanonenkugeln gegossen.

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Hobby-Historiker Karsten Harp zeigt eine der drei Bronzeglocken, die 1961 wieder in die Sankt Martin Kirche einzogen.

Quelle: Gunda Meyer

Nortorf. Der 3. Juni 1917 wird für die Kirchengemeinde St. Martin in Nortorf immer ein einschneidendes Datum bleiben. An diesem Tag musste sich die Gemeinde von ihren beiden größten Bronzeglocken verabschieden, die zerschlagen und eingeschmolzen wurden, um daraus Kanonenkugeln für den Ersten Weltkrieg zu gießen. Heute, hundert Jahre später, hat die Kirche wieder komplettes Bronze-Geläut. Doch der Weg dahin war beschwerlich.

Abschied zu Trinitatis

„Die Kirchengemeinde hat sich beim Trinitatisfest am 3. Juni 1917 von den Glocken verabschiedet, und wenig Zeit später wurden sie oben im Turm zerschlagen und im August zur Bahn abgeliefert“, erzählt Karsten Harp, Hobby-Historiker aus Ellerdorf.  „Damals ereilte sehr viele Kirchen das Schicksal, denn Rohstoffe für Munition wurden gebraucht.“ Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs wurde nur noch mit der kleinen Glocke zu Gottesdiensten gerufen.

Nur die Stundenglocke blieb

Im Zweiten Weltkrieg wurde dann die letzte der alten Bronzeglocke eingeschmolzen. „Die einzige Glocke, die das alles bis heute überstanden hat und das älteste Relikt der Kirche ist, ist die kleine Stundenglocke“, erläutert der Hobby-Historiker. 

Drei neue Glocken

Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich Pastor Rudolf Hegerfeldt massiv für ein neues Bronzegeläut in Notorf eingesetzt. Am 27. Oktober 1961 ging sein Wunsch in Erfüllung. Dann trafen drei neuen Glocken ein. Die größte Bronzeglocke wiegt stolze 2580 Kilo und ist knapp 17 Meter breit.

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