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Wo das Laboratorium wirklich explodierte

Stadtgeschichte Rendsburg Wo das Laboratorium wirklich explodierte

Alfred „Ali“ Gudd räumt auf mit einer gängigen Ansicht zur Stadtgeschichte von Rendsburg. So sei das Laboratorium 1850 am heutigen Ende der Weißen Brücke explodiert und nicht dort, wo die beiden Pulverschuppen im Stadtpark stehen. In seinem neuen Buch präsentiert er Belege.

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Foto: Verleger Dirk Albers (links) und Autor Alfred Gudd präsentieren das neue Buch "Die Festung Rendsburg".

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Rendsburg. „Die Festung Rendsburg“ ist der Titel des jüngsten Buchs von Gudd, dessen Hobby die Stadtgeschichte Rendsburg ist. Über Straßen hat er geschrieben, auch über Plätze, die Geschichte der Schifffahrt hat er durchleuchtet. Die Historie der Festung „habe ich bisher noch nicht angefasst“, sagt der 75 Jahre alte pensionierte Beamte aus dem Rendsburger Bauamt und derzeitige Betreuer des Schifffahrtsarchivs in der Königstraße. Die Lücke füllt nun das von Dirk Albers herausgegebene Buch. Es war eine Auftragsarbeit des Verlegers an den Autor.

„Wir müssen darauf hinweisen, welche Geschichte Rendsburg hat“, findet Albers. „Was liegt da noch alles im Untergrund, wovon wir gar nichts wissen? Welche Schätze liegen da?“ Gudd kennt darauf in seinem Buch viele Antworten, spürt Reste der Bastion Prinz Georg in einer Baugrube neben der Schule Neuwerk oder Mauern einer alten Kasematte unter der Herrenstraße und Teile der Verteidigungsanlage unter der Lornsenstraße auf. Nicht, ohne die dazu gehörende Geschichte zu erzählen. Wie breit die Eider war, dass Rendsburg auf drei ihrer Inseln entstand und die heute nebensächliche Mühlenstraße einst die zentrale Durchgangsstraße als Teil des Ochsenwegs war, erzählt Gudd seinen Lesern.

„Ich war so fasziniert von dem Buch, dass ich es an zwei Abenden durchgelesen habe, weil es so spannend ist“, sagt Dirk Albers. Nach der Lektüre ist ihm klar, „wie gigantisch breit die Eider war“ und welch großen Raum der heutige Altstädter Markt um 1250 eingenommen hat. In 19 Kapiteln nimmt Gudd seine Leser mit auf die Reise in die Vergangenheit. Es begann an der Eider startet er, schreibt über Rendsburg im Dreißigjährigen Krieg und setzt Das Ende der Festung an den Schluss.

Wo das Laboratorium, die Munitionsfabrik der Garnison, seiner Meinung nach wirklich brannte, enthüllt Gudd im Kapitel <italic>Über die Explosion des Laboratoriums. </italic>Da wird der Hobbyhistoriker zum Detektiv, bestimmt anhand von in einer alten Buche gefundenen Splittern deren Flugrichtung, interpretiert den Flug eines bei der Detonation unverletzt gebliebenen Hauptmanns und schaut einem Augenzeugen beim Blick auf die Feuersbrunst über die Schultern. Und kommt zwangsläufig zum Ergebnis, dass die gängige Geschichte von der Explosion und dem Wiederaufbau der Pulverschuppen nicht stimmen kann. Das Laboratorium müsse am Ende der heutigen Weißen Brücke gestanden haben.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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