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Kreishaus soll mit Eis heizen

Stadtwerke Rendsburg Kreishaus soll mit Eis heizen

Heizen mit Eis? Klingt absurd. Aber das Kreishaus an der Kaiserstraße in Rendsburg will im nächsten Winter Wärme aus einem Eistank gewinnen. Die Stadtwerke versenken dafür einen 560 Kubikmeter fassenden Speicher auf einer Wiese am Kreishaus. Auch das Wohnhaus Uhrenblock daneben wird angeschlossen.

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Unter dieser Wiese vor dem Kreishaus soll ein 560-Kubikmeter-Becken für die Eisheizung vergraben werden.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Rendsburg. Es geht um ein einfaches physikalisches Prinzip, sagt Claus Kuhr, der für das Projekt zuständige Abteilungsleiter bei den Stadtwerken Rendsburg: In dem unterirdischen Tank aus stabilem Beton schwappt vor Beginn der Heizperiode etwa zehn Grad warmes Wasser. Pumpen entziehen ihm Energie und wandeln diese in Wärme für die Heizkörper im Kreishaus und im „Uhrenblock“ um.

Erste Sonnenstrahlen tauen das Eis

Dadurch gefriert das Wasser. In Wärme wandelbare Energie kann der Speicher nur so lange abgeben, bis er aus einem einzigen Eisblock entsteht. Kuhr: „Dann ist Feierabend.“ Etwa gegen März wäre das der Fall. Theoretisch. Damit das nicht passiert, fangen mit einem Gemisch aus Wasser und Frostschutzmittel gefüllte Schläuche auf dem Dach des Kreishauses erste Sonnenstrahlen ein. Die aufgewärmte Flüssigkeit taut das Eis im Tank, und schon steht wieder Energie für die Heizungen parat.

"Bundesweit einmalig"

Vorbilder für die Technik gibt es in Hamburg-Harburg und auf einem Firmengelände in Neumünster, sagt Sebastian Krug, von dem die Idee stammt. Der studierte Meeresbiologe arbeitet seit drei Jahren als Klimaschutzmanager im Kreishaus. Die Technik solle den Gasverbrauch senken, Heizkosten eindämmen und den Ausstoß von jährlich 170 Tonnen klimaschädlichem Kohlendioxid sparen. Die Konstellation in Rendsburg sei bundesweit einmalig, sagt Krug. An Eisspeicher seien bisher nur Neubauten und von Grund auf sanierte Häuser angeschlossen worden. Beides gilt weder für das Kreishaus noch für den unter Denkmalschutz stehenden mächtige „Uhrenblock“.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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