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SPD will keine Tochter

Stadtwerke-Kooperation SPD will keine Tochter

Nun kommt Wind von vorne. Die Rendsburger SPD steht bei der geplanten Kooperation der Stadtwerke von Rendsburg und Schleswig auf der Bremse. Eine große gemeinsame Tochtergesellschaft der beiden Unternehmen lehne er im Moment ab, sagt ihr Fraktionschef René Sartorius.

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Die Rendsburger Stadtwerke sind ein kommunales Unternehmen.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg. Die Stadtwerke aus Rendsburg und Schleswig haben am Donnerstag Verhandlungen über eine Kooperation mit dem möglichen Ziel einer gemeinsamen Tochtergesellschaft öffentlich gemacht. In die Tochter könnten Aufgaben wie Ausbau von Glasfasernetzen, Speichertechnik, Kraft-Wärme-Kopplung, Mitarbeiterschulung und Bereitschaftsdienste samt Personal ausgegliedert werden.

Der SPD geht das zu weit. „Ich bin nicht gegen Kooperation im niederschwelligen Bereich“, sagte ihr Fraktionschef René Sartorius am Freitag. Der am Vortag verkündete Plan sei „von Anfang an zu groß aufgesetzt.“ Das Hauptgeschäft der Stadtwerke würde ausgegliedert, von dem kommunalen Betrieb bliebe nur noch ein „leerer Mantel“, fürchtet er. Damit würde der Einfluss der Rendsburger Politiker beschnitten, sie müssten ihn zumindest mit ihren Schleswiger Kollegen teilen. Der Politiker kündigt an: „Wir werden das Thema sicher auf die Tagesordnung der nächsten Ratsversammlung setzen.“ Und: „Ich denke, wir werden sagen: Bis hier hin und nicht weiter.“ Die Grenze, die derzeit nicht überschritten werden dürfe, sei die Gründung einer Tochter.

Thomas Krabbes (CDU), Chef der anderen großen Fraktion im Rat sieht das anders. Eine Tochtergesellschaft sei im für kleine Stadtwerke schwierigen Umfeld ein „probates Mittel und grundsätzlich eine gute Idee“, um sich auf dem Markt behaupten zu können. „Der grundsätzliche Weg findet bei uns Sympathie. Denn es geht um das Wohl der Stadtwerke.“ Krabbes zweifelt, dass die Rendsburger Stadtwerke alleine die richtige Größe haben, „um große Investitionen stemmen zu können“. So bezifferte das kommunale Unternehmen seinen Investitionsbedarf für den Ausbau des Glasfasernetzes auf 30 bis 35 Millionen Euro.

Nach der Kritik der SPD wird sich die Ratsversammlung aller Voraussicht nach in ihrer Sitzung am 21. Juli mit dem Thema befassen. In der 31-köpfigen Versammlung ist die CDU mit elf Sitzen die stärkste Kraft, gefolgt von den zehn Ratsmitgliedern der SPD. Entscheidend ist damit die Position der vier kleinen Fraktionen.

Neben der Kritik an der Sache sieht die SPD auch atmosphärische Störungen. Lange habe das Unternehmen hinter verschlossenen Türen verhandelt. Senat und Aufsichtsrat seien erstmals bei einem Workshop am 27. Juni offiziell informiert worden, sagt Sartorius: „Das war hinter unserem Rücken. Es ist schlecht gelaufen. Das führt automatisch zu einer Missstimmung.“ Er grenzt sich damit von seinem Parteifreund Pierre Gilgenast ab. Der Rendsburger Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzende hatte am Donnerstag von einen „günstigen und guten Zeitpunkt“ gesprochen.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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