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26 Obstbäume alter Sorten gepflanzt

Standortübungsplatz 26 Obstbäume alter Sorten gepflanzt

Ein weiterer Schritt zur ökologischen Aufwertung: 26 Obstbäume alter Sorten wurden auf dem Standortübungsplatz in Langwedel gepflanzt. Die Baumreihen sind weithin sichtbar. Das große FFH-Gebiet wird von Bundeswehr, Unterer Naturschutzbehörde und Stiftung Naturschutz gepflegt.

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Thomas Klingelhofer von der Geländebetreuung der Bundeswehr wässert die frisch gesetzte Obstbaumallee, die auch von der Landesstraße 298 zwischen Langwedel und Borgdorf-Seedorf weithin sichtbar ist.

Quelle: Beate König

Langwedel. Eine neue Baumreihe und große Findlingshaufen auf dem Standortübungsplatz ziehen von der Landesstraße 298 in Langwedel aus die Blicke auf sich. „Die Obstbaumallee wurde als Ersatzpflanzung für gefällte Bäume auf dem Bundeswehrgebiet in Kronshagen gesetzt“, erläuterte Christoph Helbach als zuständiger Geländebetreuer vom Bundeswehr-Dienstleistungszentrum.

 Die 26 hochstämmigen Kirsch-, Pflaumen-, Birnen- und Apfelbäume, vornehmlich ältere Sorten, sind ein weiterer Schritt zur ökologischen Aufwertung des 168 Hektar großen Geländes, die von der Bundeswehr mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Stiftung Naturschutz seit Jahren betrieben wird. Die Findlingshaufen wurden als Unterschlupf für Kreuzottern, Blindschleichen und Eidechsen angelegt.

 „Naturschutz und Bundeswehr sind seit Jahren keine Gegensätze mehr“, sagt Agrar-Ingenieur Helbach. Das seit den 1930er Jahren für militärische Übungen genutzte Gebiet steht als Flora-Fauna-Habitat (FFH-Gebiet) nach europäischem Recht unter Naturschutz.

 Durch den Bau der Autobahn in den 70er Jahren wurde die Fläche geteilt. Das nördlich der A7 gelegene Drittel ist seitdem über eine asphaltierte Brücke mit dem Südteil verbunden. Tiere haben die militärische Querungshilfe für sich entdeckt. Seit eineinhalb Jahren macht die vom Bundesforstamt installierte Wildkamera Schnappschüsse von Überläufern, zu denen Rehe, Wildschweine, Füchse, Marder und Dachse zählen. „Wölfe haben wir hier allerdings noch nicht gesichtet“, erzählt Helbach.

 Die Pflege der Heide-, Moor- und Trockrasenflächen auf dem Bundeswehrgelände teilen sich Mensch und Tier. Zwei Mal im Jahr weidet eine Schafherde den unerwünschten Grasanteil im freien Gelände ab. Traubenkirschbäumchen, die den gewollten Moor- und Heidebewuchs verdrängen, werden mit großem Gerät abgemäht. Ein Teil des Waldes bleibt inzwischen von der Forstwirtschaft unangetastet und kann sich als Lebensraum für kleine Säugetiere, Insekten und Vögel weiter entwickeln.

 Helbachs Ausbaupläne im Sinne des Naturschutzes sind klar: Eine Streuobstwiese könnte als Nächstes gepflanzt werden. Denkt er an die mit bis zu 5000 Hektar großen Übungsplätze in Bayern, weiß der Geländebetreuer, was in Langwedel noch fehlt: „Ein Bach oder ein Fluss.“

 Die Ausbildungskulisse für die Soldaten, zu der ein Biwakplatz für einen mehrtägigen Aufenthalt, ein Waldkampfgebiet und ein Fahrschulgelände für Radfahrzeuge zählen, „nicht für Panzer“, steht weiterhin der Bundeswehr zu Diensten, sagt Pressesprecher Klaas Hartmann. Die Kfz-Koordinierungsstelle des Marinestützpunktkommandos Kiel und die Einsatzflottille 1 üben dort mit geländefähigen Fahrzeugen. Das Marinefliegergeschwader 5 (MFG 5) hat bei Anflugübungen den Übungsplatz zum Ziel.

 Deshalb heißt es weiterhin für Naturliebhaber: Betreten verboten. Der Platz ist kein Wandergebiet, das Obst erntet das Miltär.

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