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Windkraft bedroht Wohnungsbau

Stellungnahme Flintbek Windkraft bedroht Wohnungsbau

Das geplante Baugebiet der Gemeinde Flintbek und ein Eignungsgebiet für Windenergie der Regionalplanung liegen zu dich beieinander. Nun sieht die Gemeinde ihre Entwicklungschancen beschnitten und hat eine Stellungnahme formuliert, die Windkraft nicht komplett ausschließt.

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Ausschussunterbrechung (von links): Susanne Hiob, Helmut Groß, Regine Schlegelberger-Erfurth, Christian Kummetz und Sabine Haß diskutieren über die Stellungnahme zur Ausweisungsfläche für Windenergie.

Quelle: Beate König

Flintbek. Es war kompliziert beim Umwelt- und Wegeausschuss in Flintbek: Das Interesse der Gemeinde, die ein neues Baugebiet östlich der K15 ausweisen will und dafür schon grünes Licht der Landesplanung hat, kollidiert mit einem Eignungsgebiet für Windenergie, das das Land im Entwurf des Regionalplans neu ausgewiesen hat. Beides liegt zu dicht beieinander.

Die Fraktionen nahmen in der Februarsitzung den zweiten Anlauf, um eine konsensfähige Stellungnahme zu formulieren. Einig waren sich alle, dass das Baugebiet nicht behindert werden darf. Alle Fraktionen sehen nach einem Gutachten zur demografischen Entwicklung der Gemeinde Handlungsbedarf, was die Erweiterung des Angebots an Wohnraum für junge Familien in Zukunft angeht.

Das Signal, das der Ausschuss mit der Stellungnahme zu regenerativen Energien generell geben wolle, sei dagegen strittig, stellte Ausschussvorsitzender Jascha Tavanamehr fest. Mit den Stimmen von SPD und zwei Stimmen der CDU wurde schließlich Bernd Kernke-Roberts (Grüne) Formulierung angenommen. Sie schützt gleichzeitig das Interesse der Gemeinde, sich weiter zu entwickeln, macht klar, dass eine Distanz zu dem in Planung befindlichen Baugebiet eingehalten werden muss und schließt dabei die Windenergie-Planung nicht komplett aus.

„Windenergieanlagen an diesem Ort torpedieren für die nächsten 25 Jahre die Entwicklung der Gemeinde“, hatte dagegen Helmut Groß (UWF) für eine komplette Ablehnung der Eignungsfläche durch die Gemeinde plädiert. „Wir brauchen eine knackharte Stellungnahme“, forderte er ein. Seine Begründung: Die gesundheitlichen Folgeschäden, die Infraschall haben kann, seien nicht erforscht. Windräder an der Stelle würden einen Riegel zum Ortsteil Kleinflintbek bilden, bei der benachbarten Flintbeker Sichel handele es sich um ein archäologisches Denkmal. Groß hinterfragte zudem die Aussage im Entwurf, das neu ausgewiesene Eignungsgebiet liege auf einer industriell vorbelasteten Fläche. „Das ist nur ein Acker.“ Susanne Hiob (UWF) ergänzte: „Kriegen wir Grundstücke mit Blick auf Windräder verkauft?“

Die Forderung von Helmut Groß an Bürgervorsteher Eberhard Pieczonka, erneut eine Einwohnerversammlung zu Windkraft anzuschieben, fand keine Mehrheit im Gremium. Pieczonka: „Ich weiß nicht, ob das so viel bringt.“

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