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Quatuor Voce: Schnell und furios

Stadthalle Eckernförde Quatuor Voce: Schnell und furios

Das 2004 gegründete Streichquartett Quatuor Voce zählt zu den Shoting Stars der internationalen Kammermusikszene. Obwohl es schon über zehn Jahre besteht und sein Wissen mittlerweile selbst in Meisterkursen weitergibt, wirkt es jung und dynamisch, lädt sich gerne versierte Solisten an die Seite und überlässt diesen – wie am Donnerstag in der gut besuchten Stadthalle – durchaus auch einmal den Vortritt.

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Großer Beifall für einen Kammermusik-Parcours, wie man ihn so hochkarätig selten zu hören bekommt: Quatuor Voce und Gäste spielten in der Stadthalle.

Quelle: Oliver Stenzel

Eckernförde. Hier kommt zu Beginn des Auftritts im Rahmen der Konzertreihe Eckernförde der deutsche Pianist Oliver Triendl auf die Bühne und annonciert, dass der eigentlich angekündigte Geiger Valeriy Sokolov krankheitsbedingt durch seine Kollegin Deborah Nemtanu ersetzt wird. Im Dialog gelingt den beiden Musikern zur Eröffnung eine durchaus reizvolle Interpretation von Gabriel Faurés Sonate für Violine und Klavier Nr. 2 A-Dur op. 13. Das Duo präsentiert dabei ein relativ offenes Klangbild. Nemtanu spielt ihr Instrument ausdrucksstark, aber mit angenehm genau dosiertem Vibrato, Triendl agiert am Flügel als gleichberechtigtes Gegenüber und nicht als Begleiter. Dass die Tiefe des musikalischen Miteinanders hier und da an Grenzen stößt, mag mit der kurzfristigen Umbesetzung zusammenhängen.

 Ein faszinierend inniges Zusammenspiel demonstriert danach Quatuor Voce mit seiner Exegese von Maurice Ravels Streichquartett F-Dur. Oft gerät man beim Zuhören aufgrund der quicklebendigen und auch auf der Mikroebene intimen Dialoge der vier Musiker, die das eigenwillige Werk des bei seiner Komposition 28-jährigen Komponisten mit herrlicher Präzision und ebensolcher Chuzpe durchdringen. Fast scheinen sie dabei zusammen zu atmen. Und die unglaubliche Dynamik, mit der sie das Finale durchstürmen, mündet zur Pause in den ersten großen Applaus.

 Gemeinsam mit seinen beiden Gästen spielt Quatuor Voce in der zweiten Konzerthälfte eine echte Rarität, nämlich Ernest Chaussons selten zu hörendes Konzert für Klavier, Violine und Streichquartett D-Dur op. 21. Die Attraktivität der ungewöhnlichen Besetzung kann sich hier ganz und gar offenbaren, denn die Präsenz des als Miniatur-Kammerorchesters agierenden Quartetts überträgt sich nun auch auf Deborah Nemtanu und Oliver Triendl, die mal ganz dem großen Flow folgen, mal als inspirierte Solisten daraus auftauchen. So geht es auf der Bühne bis zum Finale wunderbar furios zu, das Publikum zeigt sich davor entflammt. Großer Beifall für einen Kammermusik-Parcours, wie man ihn so hochkarätig selten zu hören bekommt.

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