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Streit um Altkleidercontainer

Rendsburg Streit um Altkleidercontainer

Auf ganzer Linie will die Abfallwirtschaftsgesellschaft AWR im Kreis jetzt abgetragene Kleider sammeln. 144 Container stehen schon. Es sollen bis Ende nächsten Jahres rund 400 sein. Ab 2014 dürfen neben der AWR nur gemeinnützige Organisationen sammeln. Konkurrent ist das DRK-System mit rund 170 Behältern. Der Kreis stellt dessen Gemeinnützigkeit infrage. Ein Grundsatzstreit vor Gericht droht.

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 144 Altkleidercontainer der AWR stehen bisher. Bis Ende 2014 sollen es 400 werden, sagt Ralph Hohenschurz-Schmidt, der Geschäftsführer der Abfallwirtschaftsgesellschaft.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Rendsburg. Die AWR sammelt nicht selbst, sie hat ein Hamburger Unternehmen beauftragt. Das Einsammeln von Kleidern ist ein profitables Geschäft. „Wir erwarten jährliche Erlöse im sechsstelligen Bereich“, sagt AWR-Geschäftsführer Ralph Hohenschurz-Schmidt. Rund 100000 Euro in diesem Jahr. „Und wir sind noch dabei, das System aufzubauen.“ Sollten sich nur AWR und DRK den Markt im Kreis teilen, rechne er mit einer Viertelmillion im Jahr. Das Geld komme den Bürgern zugute. Es trage zu konstanten Abfallgebühren bei.

Direkter Konkurrent ist das DRK-Sammelsystem. Es hat im Kreis Rendsburg-Eckernförde nach eigenen Angaben 170 Container an 122 Standorten. Im Jahr 2011 hat die Organisation ebenfalls nach eigenen Angaben rund 800 Tonnen Altkleider gesammelt und dafür 36000 Euro bekommen. Das DRK bedient sich eines Privatunternehmens, das die Container leert und dem Roten Kreuz einen Teil der Erlöse auszahlt.

„Wir werden dem Bürger den Unterschied deutlich machen“, sagt Hohenschurz-Schmidt. Beim DRK-System „müssen die Bürger wissen, dass sie Entsorger alimentieren“. Das DRK sagt indessen, es finanziere mit den Einkünften seine Arbeit.

Wegen der Zusammenarbeit zwischen DRK und dem Privatunternehmen stellt der Kreis die Gemeinnützigkeit infrage. In dem bisher beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume geführten Streit hat sich das DRK durchgesetzt. Jetzt droht eine gerichtliche Auseinandersetzung.

Vertreter des Kreistags, der Verwaltung und der AWR trafen sich am Montagabend im Landratsamt zur Lagebesprechung. Man wolle jetzt vom Kieler Fachanwalt Professor Wolfgang Ewer die Aussichten einer Klage vor dem Verwaltungsgericht beurteilen lassen, sagte Fachbereichsleiter Dr. Thilo Rohlfs am Dienstag Es solle um eine grundsätzliche Klarstellung gehen, was gemeinnützig ist und was nicht.

Die Zeit drängt den Kreis. Nur noch bis zum 8. August hat er Zeit, vor dem Verwaltungsgericht in Schleswig Klage einzureichen. Sollte Ewers Gutachten bis dahin nicht vorliegen, werde der Kreis Klage einreichen und die Begründung nachschieben, sagte Rohlfs. Oder die Klage zurückziehen, sollte der Kieler Rechtsgelehrte die Sache als aussichtslos einstufen und die Gremien des Kreises dem folgen.

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Hans-Jürgen Jensen
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