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Streit um sozialen Wohnungsbau

Kronshagen Streit um sozialen Wohnungsbau

„Das ist doch viel zu eng.“ Anwohner der Bürgermeister-Drews-Straße in Kronshagen sparten nicht mit Kritik an dem geplanten Bauvorhaben auf dem Spielplatz in ihrer Straße. Sozialer Wohnungsbau soll auch die Unterbringung von Flüchtlingen ermöglichen.

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Freundlich und lichtdurchflutet: So sieht zumindest der Architektenentwurf für das Bauvorhaben auf dem Spielplatz aus.

Quelle: Architekten Zastrow + Zastrow

Kronshagen. Etwa 50 Anwohner waren am Montagabend zur Anhörung ins Rathaus gekommen, um mehr über die Pläne zur Errichtung von drei Wohnhäusern, darunter eines für Flüchtlinge, zu erfahren.

 Auf Initiative der Gemeinde will das Gemeinnützige Wohnungsunternehmen (GWU) aus Eckernförde in der Bürgermeister-Drews-Straße sozialen Wohnungsbau ermöglichen. Für das gut 3000 Quadratmeter große Grundstück haben die Kieler Stadtplaner und Architekten Zastrow+Zastrow einen Entwurf gefertigt, der die vorhandene Bauhöhe aufnimmt und sich in die Umgebung einfügen soll. Geplant sind drei schräg versetzte dreigeschossige Gebäude. Das Haus an der Straße ist für Familien vorgesehen, das mittlere könnte dem Seniorenwohnen dienen und das dritte, unmittelbar am Bahndamm, soll bis zu 60 Asylbewerber aufnehmen. Dort würden sich jeweils zwei Personen einen Zwölf-Quadratmeter-Raum teilen. Stephan Seliger, GWU-Vorstand, rechnet mit der Fertigstellung der insgesamt etwa 45 Wohnungen bis Ende 2017.

 „Warum ist das dritte Haus erforderlich?“, fragte Hartmut Eiben. Beim Kreis Rendsburg-Eckernförde habe er erfahren, dass dessen Bau durchaus umstritten sei. „Uns ist etwas anderes mitgeteilt worden“, entgegnete Architekt Peter Zastrow. Heiko Staack kritisierte eine „verdichtete Stadtplanung auf dem Spielplatz“, die nicht zu Kronshagen passe. Klaus Klabunde befürchtete sogar das Entstehen eines „kompakten Ghettos“ und fügte hinzu: „Bei nur zwei Wohngebäuden hätten wir Ja gesagt.“ Staack vermutete, dass es bei dem Bauvorhaben „nur um Kapitalinteressen, nicht um Flüchtlinge“ gehe. Es würden „fadenscheinige Gründe genutzt, um ein Wohnquartier zu zerstören“, war der verärgerte Anwohner überzeugt. Durch den Verkauf des Grundstücks erhalte die Gemeinde 676000 Euro. Raja Gottwald wies auf mögliche juristische Folgen hin: Das Gebot nachbarschaftlicher Rücksichtnahme könnte durch das Vorhaben verletzt sein, die vorhandenen Wohnhäuser könnten „unzumutbar verschattet“ werden.

 „Mit sozialem Wohnungsbau kann man nicht viel Geld verdienen“, versicherte der GWU-Vorstand. Da dabei Fördergelder der Investitionsbank zum Einsatz kämen, müsse „alles transparent“ sein. Das dritte Haus sei aus betriebswirtschaftlichen Gründen erforderlich. Es gehe darum, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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