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Demo der T. H. Sievers-Mitarbeiter

Rendsburg Demo der T. H. Sievers-Mitarbeiter

Lauter Protest und eisige Mienen: Mit einer Demonstration vor dem Rendsburger Kreishaus machten die Mitarbeiter des örtlichen Busunternehmens T. H. Sievers am Montag ihrem Ärger Luft. Der Frust über die Vergabe des Rendsburger Stadtbusverkehrs an ein internationales Unternehmen ist groß.

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Landrat Rolf-Oliver Schwemer sprach vor dem Kreishaus mit den Mitarbeitern der Firma T. H. Sievers.

Quelle: Malte Kühl

Rendsburg. „Ich verstehe ihren Frust und kann ihre Sorgen nachvollziehen“, räumte Landrat Rolf-Oliver Schwemer gegenüber den Vertretern des Betriebsrates am Montag ein. Aber juristisch gebe es keinen Spielraum. Werde kein Einspruch eingelegt, so bekomme das Unternehmen Transdev den Zuschlag. Die Frist dafür laufe heute ab, erläuterte der Landrat. Da es sich um europäisches Vergaberecht handle, seien dem Kreis die Hände gebunden. Nun sei es an der Zeit, mit dem Nachfolger ins Gespräch zu kommen und eine möglichst verträgliche Lösung für alle Beteiligten zu finden, meinte Schwemer.

 Seit 1934 ist das Rendsburger Unternehmen T. H. Sievers für den Stadtverkehr in Rendsburg zuständig. Ende Mai erhielt jedoch das Unternehmen Transdev mit Sitz in Frankreich nach einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag. Eine Bedingung ist, dass der neue Anbieter mindestens 35 Angestellte des Rendsburger Unternehmens übernehmen muss. Trotzdem ist der Frust bei den rund 65 Angestellten groß, viele fürchten um ihren Job und können die Entscheidung nicht nachvollziehen.

 „Der Regionalausschusses wollte eine direkte Vergabe“, sagte der Ausschussvorsitzende Tim Albrecht. Das sei aber wegen des Volumens von rund 1,2 Millionen gefahrenen Kilometern nicht möglich gewesen, die Grenze dafür liege bei 600000 Kilometern pro Jahr. Keines der vier Angebote hatte indessen vorgesehen, alle Mitarbeiter zu übernehmen.

 „Irgendwie werden wir immer hin und her geschoben“, sagte Michael Grahl vom Betriebsrat des Busunternehmens. Der Aspekt, dass selbst T.H. Sievers keine Übernahme aller Mitarbeiter in seinem Angebot hatte, sei neu für die Mitarbeiter. „Das verändert natürlich die Sicht der Dinge“, sagt Grahl. Sein Kollege sprach sogar von einem Tiefschlag. Die Lage sei frustrierend. Was man den verbitterten Kollegen nun sagen will, müsse erst besprochen werden, meinte Michael Grahl.

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