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Mehr als wilde Beinarbeit

Gettorf Mehr als wilde Beinarbeit

In der Disko zappeln fällt nicht schwer. Doch elegant im Walzertakt über das Parkett zu schweben, dazu gehört mehr als wilde Beinarbeit. Wer auf einem Festball oder einer Familienfeier eine gute Figur machen möchte, ist im Gettorfer Turnverein (GTV) an der richtigen Adresse: Die Tanzsparte erhielt jetzt einen Ehrenpreis vom Landesverband Schleswig-Holstein.

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Turniertänzer Melanie Köster und Lasse Becker sowie Marie Dibbern und Jan Moritz Nußbaum (von links) beim Training.

Quelle: Jan Torben Budde

Gettorf. Der Stolz über den Erfolg ist Trainer Martin Schumann durchaus anzumerken: „Die Tanzsparte hat diese Auszeichnung erstmals bekommen.“ Immerhin handelt es sich nach seinen Worten um den Ehrenpreis für die erfolgreichste Abnahme des Deutschen Tanzsportabzeichens (DTSA) in Schleswig-Holstein.

In Zahlen: Gleich 86 Tänzer der GTV-Sparte stellten sich im vergangenen Jahr dieser Herausforderung – und zwar mit Erfolg. „Von meinen Paaren pflegt keines durchzufallen“, sagt Schumann augenzwinkernd. Unterm Strich erhielten somit 71 Prozent der Mitglieder (2014: rund 120) ein Abzeichen in Bronze, Silber oder Gold (manche sogar mit Kranz) – diese Quote belohnte der Tanzsportverband Schleswig-Holstein mit dem Ehrenpreis. Die Auszeichnung begeisterte auch Spartenleiter Jürgen Lemke: „Das Engagement der Turniertänzer findet regelmäßig durch Platzierungen und Aufstiege bei Turnieren Beachtung, dieser Preis würdigt aber die große Zahl der Breitensportler und damit das Engagement der reinen Hobbytänzer im GTV.“

Laut Schumann handelt es sich dabei um eine große Gruppe in der Sparte. Die Hobbytänzer kommen einmal pro Woche, um ihren Spaß zu haben. Wozu muss dann ein Abzeichen her? „Es ist gut, wenn man sich der Herausforderung stellt“, erklärt der ehemalige Profi-Tänzer, der das Training in der GTV-Sparte vor knapp 20 Jahren übernahm. Er baue die Vorbereitung auf die jährliche Prüfung, die im „Lindenkrug“ in Großkönigsförde über die Bühne geht, in die Tanzstunden ein. „Man wird sich mancher Bewegungsabläufe wieder bewusst“, erläutert der 50-Jährige. Ob die Hobbytänzer ein Abzeichen verdient haben, bewerten Prüfer bei der Abnahme. Takt- und Rhythmusgefühl, Fußarbeit und Haltung werden Schumann zufolge unter die Lupe genommen. Ist zwar alles freiwillig, geschenkt wird den Paaren aber nichts: Für Bronze müssen laut Trainer drei, für Gold mit Kranz gleich fünf Tänze präsentiert werden.

Rumba, Samba, Walzer & Co. erfreuen sich Schumann zufolge großer Beliebtheit. Demnach wuchs die Tanzsparte seit 2001 von 50 auf jetzt 144 Mitglieder an. Der Grund? „Egal, ob Jugendlicher Senior, Anfänger, Turniersportler oder Hobbytänzer – für jeden ist im GTV etwas dabei“, schwärmt der Trainer aus Holtsee. Stehen Jugendliche überhaupt noch auf Lateinamerikanische und Standardtänze? Schumann beschreibt das Interesse als schwankend. „Man brezelt sich gern mal auf“, sagt er mit Blick auf Abtanzbälle. Es dürften gern mehr Jungen vorbeischauen.

Warum Latein-Tanz in der Freizeit? „Weil es Spaß bringt“, betont Marie Dibbern (16). Sie tanzt mit Jan Moritz Nußbaum (16) in einer Turnierliga (D-Klasse). Gleiches gilt für Melanie Köster und Lasse Becker (beide 18). „Ohne Körperbeherrschung geht es nicht“, so der Lindauer. Turniertanz in der Disko? Fehlanzeige. „Es gibt doch Bälle“, sagt Melanie.

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