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Mit Tempo 100 nach Hause

Molfsee Mit Tempo 100 nach Hause

Ihr Gewicht ist kaum der Rede wert, gerade einmal bis zu 500 Gramm kann eine Brieftaube auf die Waage bringen. Anders sieht es bei ihrer Geschwindigkeit aus: Mehr als 100 Stundenkilometer schafft eine Taube, wenn sie sich auf dem Flug in den heimischen Schlag befindet. Zumindest machen das die Tauben von Wolfgang Prause aus Molfsee: Für ihre Schnelligkeit wurden sie mit dem Deutschen Vizemeistertitel 2014 belohnt.

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Klein, aber oho: Die Tauben von Wolfgang Prause gehören zu den schnellsten Fliegern aus Deutschland.

Quelle: Sorka Eixmann

Molfsee. Ganz genau heißt es allerdings „Deutsche Verbandsmeisterschaft Jährige Tauben 2014“ und der Molfseer ist ganz schön stolz auf seine schnellen Flieger. Seit 65 Jahren lebt 73-jährige Prause für das Hobby, inzwischen hat er allerdings seinen Schlag etwas verkleinert. „Es sind noch rund 40 Tauben bei mir, es ist dennoch genug zu tun“, erklärt der ehemalige Polizist, der zur Reisevereinigung Bordesholm-Flintbek gehört.

 „Fünf Flüge pro Taube werden bewertet, natürlich machen sie mehr“, erklärt Prause. Im Vorwege muss der Züchter sechs seiner besten Tauben benennen, die in den Wertungsflügen dabei sind. „Die Trainingsflüge sind 150 bis 200 Kilometer lang, die Wertungsflüge bis zu 500 Kilometer.“ Die Ziele des Lkw, der die Tauben zu ihren Auflassorten bringt, hießen Ludwigsfelde, Forst und Lubin (Polen). „Es ist immer wieder spannend, wenn die Tiere den Heimflug antreten. Ich kann bis eine halbe Stunde genau ausrechnen, wann sie wieder da sein sollten“, sagt Prause.

 Dabei werden das Wetter, die Windrichtung und die Windstärke eingerechnet. „Wenn die ungefähre Rückkehrzeit erreicht ist, werde ich immer noch nervös. Schließlich kann es auch passieren, dass ein Greifvogel meine Tauben schlägt.“ Doch im vergangenen Jahr lief alles bestens, mit Super-Zeiten kehrten seine Lieblinge zurück. „Mit dem Gewinn der Vizemeisterschaft habe ich nicht gerechnet, denn die Konkurrenz ist groß. 23000 Züchter aus Deutschland sind dabei, knapp 500000 Tauben treten in den unterschiedlichen Wertungsflügen an.“

 Wolfgang Prause steckt viel Arbeit in sein Hobby. Morgens und abends kümmert er sich rund zwei Stunden um seine gefiederten Lieblinge. Füttern, Misten und Kontrolle gehören dazu. „40 Gramm frisst eine Taube täglich, dazu kommen Vitamine und Ergänzungsfutter.“ Eine Taube, die gut vererbt, kommt in den Zuchtstall, eine Taube, die wenig Leistung bringt, landet auch mal in der Küche – seine Vizemeistertauben müssen sich allerdings um ihre Zukunft keine Sorgen machen, denn die nächste Wettkampfsaison steht vor der Tür.

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Ein Artikel von
Sorka Susann Eixmann
Holsteiner Zeitung

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