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Ein Monster gedeiht in der Wildnis

Teichpflanze in Langwedel Ein Monster gedeiht in der Wildnis

Lange rätselte ein Ehepaar in Langwedel, um was es sich bei einem bizarren „Etwas“ in ihrem Gartenteich handeln könnte. Dr. Martin Nickol, Kustos des Botanischen Gartens in Kiel, hat das „Monster von Langwedel“ nun entlarvt. Die Riesenpflanze entpuppte sich als Teil einer Teichrose.

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Bei dem "Monster von Langwedel" handelt es sich um das Rhizom einer Teichrose, dessen handbreite Sprossen sich durchs Wasser winden.

Quelle: Nora Saric

Langwedel. Nass glänzend und verschlungen wölbt sich wie der schuppige Körper einer Schlange ein riesiges grün- und braunfarbenes Gewächs aus dem trüben Wasser des Teichs im Garten von Eva und Friedrich Mannes in Langwedel. Das Ehepaar Mannes steht am Rande des Teichs in dem fast 4000 Quadratmeter großen Garten hinter dem Wohnhaus und blickt auf die kuriose pflanzliche Erscheinung. Das Gewässer ist trüb und braun. „Der Teich bekommt, wenn es viel regnet, Wasser vom Hang mit viel Lehm“, sagt Friedrich Mannes. Der 87-Jährige vermutet, der Lehm könnte die Pflanze an die Wasseroberfläche gedrückt haben. Seine Schwestern haben das Riesen-Gewächs vor etwa zwei Wochen entdeckt. Es sei plötzlich da gewesen. Wie lang diese Pflanze schon in seinem Teich lebt, wissen die beiden nicht.

„Das ist unser Monster, das Monster von Langwedel“, stellt Eva Mannes die Pflanze vor. „Entweder ist es ein Krokodil oder eine Schlange“, scherzt die 86-Jährige. So oft kämen sie am Teich nicht vorbei, erklärt sie. Der rund 2000 Quadratmeter große vordere Teil des Gartens bis zum Teich – ein vor 40 Jahren ausgebaggertes Moorloch – sei ihr Reich, „danach fängt die Wildnis an“. Sie freut sich über ihre kuriose Riesenpflanze, findet sie geheimnisvoll.

Es ist das Rhizom einer Teichrose

Das Geheimnis ist auf Nachfrage bei dem Botaniker Martin Nickol schnell geklärt. Es handelt sich um das sogenannte Rhizom einer Teichrose. „Von denen ist der Teich immer voll“, bestätigt Friedrich Mannes. „Das Rhizom ist keine Wurzel, sondern ein Spross-System. Also wie der Stängel einer Pflanze, die an Land lebt, aus dem die Wurzeln und die Blätter wachsen“, erklärt Nickol. Er und das Ehepaar Mannes kennen sich aus dem Verein Deutsche Gesellschaft der Staudenfreunde Regionalgruppe Schleswig-Holstein. Der Fachmann freut sich, dass auch die beiden Senioren als erfahrene Gärtner noch Neues entdecken. „Es ist einfach so, dass man in einem so vielfältigen Pflanzenreich unmöglich jede einzelne Art kennen kann.“

Ein Teichrosen-Rhizom liege oberflächennah im Schlick, so Nickol. Vielleicht sei es nun frei gespült worden. Von einem solchen, durchaus handbreit dick werdenden Rhizom würden einerseits die Wurzeln, die ins Wasser hineinwachsen, entspringen und andererseits die Blätter. „Wahrscheinlich ist das schon etliche Jahre in dem Teich. Die Pflanze ist nicht plötzlich gefährlich geworden“, sagt er lachend über dieses „wunderschöne Phänomen“. Eva und Friedrich Mannes wollen ihr „Monster“ im Teich belassen, damit es im nächsten Sommer wieder hübsche Blüten gibt.

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