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Nordörper Löw für Groß Vollstedt

Theaterwettstreit Nortorf Nordörper Löw für Groß Vollstedt

Der Lions Club Nortorf richtete am Sonntag den plattdeutschen Theaterwettstreit für Laien-Gruppen aus. Drei Gruppen aus Groß Vollstedt, Timmaspe und Warder rangen auf der Bühne um den Preis – den Nordörper Löw – und unterhielten die Zuschauer aufs Beste. Groß Vollstedt siegte mit „Is Korl een Kniggerbüddel?“.

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Vier Personen, zwei Gespräche: Die Theaterlüüd Groß Vollstedt überzeugten mit ihrer Inszenierung von "Is Korl een Kniggerbüddel?" beim Theaterwettstreit Nordörper Löw.

Quelle: Beate König

Nortorf. In einem Theaterwettstreit gegeneinander antreten, um sich die Gunst der Jury zu erspielen – diese spannende Idee des Nortorfer Lions Clubs lockte am Sonntag 130 Zuschauer und drei plattdeutsche Ensembles zum Aufführungsmarathon in die Gemeinschaftsschule Nortorf. Die Entscheidung der Jury aus Zuschauern und den vier Bürgermeistern Horst Krebs, Meike Derner, Heinz Volkmann und Jürgen Lucht war knapp. Die Theaterlüüd aus Groß Vollstedt siegten mit Is Korl een Kniggerbüddel? und holten sich den Nordörper Löw als Preis.

 Zu Beginn des fünfstündigen Nachmittags, den die Speellüüd Warder mit dem Stück Landrat Ottenjan beendeten, hatten die Timmasper Theaterlüüd den Bühnenboden warm gespielt. Manuela Reimers war als Autorin des Einakters De Korten seggt jümmer de Wohrheit auch als Darstellerin präsent. Als exotische Kartenlegerin im Flattergewand und dramatisch geschminkten Augen brachte sie Licht ins Dunkel der Mietshausgeheimnisse. Das moderne Spökenkieker-Thema kam knapp hinter Groß Vollstedt auf Platz zwei. Die spielfreudigen, dabei im Requsitengebrauch sehr versierten Groß Vollstedter hatten mit Details überzeugt – selbst das Stiefelputzen wurde als Ereignis mit großer Geste inszeniert.

 Eigentlich war das Timmasper Stück schon im November abgespielt, erzählte Schauspielerin Ingrid Walter in der Pause. „Dafür wussten wir noch erstaunlich viel Text.“ Ein Handicap, das die Timmasper auf einer Extraprobe am Freitagabend aus dem Weg räumten: Das Lions-Team um Wettstreit-Erfinder Ingo Hagen hatte ein Einheitsbühnenbild vorgebaut. Die Schulbühne wäre sonst leer gewesen. Mit tapezierten Wänden, zwei Türen, einem Fenster mit Vorhängen, war der Spielort sozusagen bezugsfertig. Ingrid Walter meinte dazu: „In unserem Bühnenbild war eine Tür in der Mitte. Die fehlte hier.“

 In den Zuschauerreihen saßen neben den mitgebrachten Fans auch Freunde der plattdeutschen Theaterkultur. Helga Hauch betrachtete die Spieler mit den Augen der langjährigen Leiterin der plattdeutschen Bühne aus Blumenthal. Erinnerungen an den Teamspirit des bis heute befreundeten Ensembles wurden angesichts der schauspielerischen Leistungen wach. „Wir sind früher genau wie diese Gruppen über die Dörfer getingelt.“ Leider seien Dialoge durch die Akustik in den hinteren Reihen nur schwer zu verstehen.

 „Das machen wir nächstes Jahr wieder“, ist sich Otto Thun von den Lions sicher. Er baut auf zehn Helfer, die den Kunstgenuss im Wagner’schen Ringformat von der Bühne bis zum Catering vorbereiteten. Andere Ensembles im Kreis wollen die Lions nicht ansprechen. „Wir haben im Amt Nortorf genug Aktive, die auch eine Chance bekommen sollen.“

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