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Bindeglied zum Ehrenamt

Amt Nortorfer Land Bindeglied zum Ehrenamt

Als neuen Flüchtlingskoordinator hat des Amt Nortorfer Land zum 1. Oktober Nortorfs Wehrführer Thomas Schröder eingestellt. Der gelernte Krankenpfleger sieht sich als Bindeglied zwischen Verwaltung und Ehrenamt.

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Flüchtlingsbeauftragter Thomas Schröder (rechts), der neue Flüchtlingskoordinator des Amtes Nortorfer Land, bespricht sich mit Klaus Schuldt (Mitte) vom Freundeskreis für Asylsuchende, der mit Asylbewerber Narek Baghdagyubyan Möbel bringt.

Quelle: Nora Saric

Nortorf. In Schröders Büro im Rathaus klingelt das Telefon ununterbrochen. Ein Spediteur ruft an, der am nächsten Tag Betten für Flüchtlingsunterkünfte liefern soll. Schröder wickelt das Gespräch ab und freut sich: „Super, dann habe ich bald 30 Betten.“ Flüchtlingsberater Karl-Heinz Sawierucha kommt mit einer Frage herein, kurz darauf Klaus Schuldt vom Freundeskreis für Asylsuchende im Nortorfer Land (FANL). Zusammen mit Asylbewerber Narek Baghdagyubyan (25) aus Armenien möchte Schuldt gespendete Möbel in einer dafür vorgesehenen Garage im Jungfernstieg abstellen. Kurzerhand gehen die drei einmal über die Straße in das Depot, wo die Spenden gelagert werden.

 Thomas Schröder hat sich selbst ins Rennen gebracht: Von einem Verwaltungsmitarbeiter wurde er im Spätsommer angesprochen, ob er nicht jemanden wüsste, der für den Posten als Koordinator in Flüchtlingsangelegenheiten infrage käme. „Und ich habe mich einfach selbst vorgeschlagen“, erzählt der gelernte Krankenpfleger. „Ich bin froh und dankbar, dass alles so kurzfristig geklappt hat“, sagte Amtsdirektor Dieter Staschewski Anfang der Woche. Es sei nicht mehr möglich gewesen, der Situation mit den bisherigen Mitarbeitern gerecht zu werden.

 Der 40-jährige gebürtige Nortorfer und Vater von einem Kind hatte zuvor als Pfleger beim Ambulanten Pflegedienst Nortorf gearbeitet und für die neue Stelle gekündigt. „Ich bin das Bindeglied zwischen dem Ehrenamt, was zum Beispiel den Freundeskreis angeht, und der Verwaltung, das Bindeglied zwischen Sozialamt, Liegenschaften, Kämmerei und Flüchtlingsbetreuung“, beschreibt er seine Aufgabe. Thomas Schröder trifft Absprachen mit der Ausländerbehörde des Kreises und bestimmt die Zuweisung ins Amt mit. Wenn er eine Wohnung passend für eine Familie habe, erklärt er beispielhaft, dann melde er dies der Behörde, und die Familie könne kommen.

 Auch die Einrichtung von Flüchtlingswohnungen gehört zu den Aufgaben des Koordinators. Schröder kümmert sich um die Grundausstattung nach Empfehlung des Flüchtlingsrates des Landes. Wenn Nortorfer Fragen rund um Aslybewerber haben, hilft er weiter, wenn sie spenden wollen auch. Durch seine Tätigkeit bei der Feuerwehr und den Beruf als Krankenpfleger stecke das Bedürfnis zu helfen ohnehin in ihm drin, meint er. Zudem ist er als Wehrführer in Sachen Koordination bestens geschult. Als Sanitätsfeldwebel hat Schröder bereits in den 90er- Jahren humanitäre Hilfe in Afrika geleistet. Diese Erfahrungen bringen ihn den Flüchtlingen näher. „Enger Kontakt ist sehr wichtig. Ich spreche mit allen auf Englisch, mit dem Handy-Translator, mit Händen und Füßen – arabisch kann ich noch nicht.“

 Derzeit rüstet sich Schröder für den steigenden Flüchtlingsstrom. Notunterkünfte in Mehrzweck- oder Sporthallen seien im Gespräch, aber die letzte Wahl. Er ist ununterbrochen auf der Suche nach weiteren Mietwohnungen im Amt.

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