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Mittelalter ohne Plastik und Schrauben

Tierpark Arche Warder Mittelalter ohne Plastik und Schrauben

Beim Aufbau für das Spektakel Mittelalter Live im Tierpark Arche Warder erzählt schon das Baumaterial von der Leidenschaft der Teilnehmer für historische Genauigkeit. Rund 100 Menschen aus dem 21. Jahrhundert wollen am Wochenende zeigen, wie das Leben zur Zeit der Ritter und der Wikinger wohl ausgesehen hat.

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Fast fertig fürs Mittelalter-Leben: Silke Kunkel ist bereits gewandet, nur die Tüten vom Bäcker und von Ikea erinnern an die Gegenwart.

Quelle: Beate König

Warder. Zum Beispiel mit Zeltstangen aus Holz, handgeschmiedeten Erdnägeln sowie Tischen und Hockern, die ohne eine einzige Stahlschraube gebaut sind.

 Auf fünf seiner Koppeln hat der Tierpark Platz gemacht für Markthändler, Wohnzelte, eine Turnierfläche und für die Bühne für die Bands Celtic Rubes und Pech und Schwefel. „Die Wasserversorgung ist mit einem einzigen Hahn wirklich mittelalterlich“, sagt Pressesprecherin Stefanie Klingel. Für die Gruppen, die teils mit 15 Leuten in einem Lager mit Küchen- und Schlafzelten leben, bedeutet das keine Einschränkung. Es gehört zum authentischen Leben wie im Mittelalter dazu.

 „Man geht dann ganz früh, bevor Besucher aufs Gelände kommen, mit einem Kanister zum Wasserholen,“ erzählt Rita Gieseke aus Bordesholm, während ihre Nachbarin Anke Behrens Tischbeine per Schraubgewinde in die Fassung einer Tischplatte dreht. Keine Stahlschrauben, nur Muskelkraft braucht sie, um den Tisch zu fixieren.

 Noch in Shorts und T-Shirt arbeitet die Nordfriesin. Die Gewandung, mit der sie zur „Steinfrau“ wird, ist den Spektakeltagen vorbehalten. Wie jeder Mittelalterfreund erklärt sie gern, wie ihre transportable Bleibe aus einem archäologischen Fundstück rekonstruiert wurde. „Das Osezelt beruht auf einer Vermutung.“ Ob es historisch korrekt ist? „Für die Form der Sachsenzelte gegenüber gibt es einen Beleg. Sie wurden in Gebetsteppiche eingewebt.“

 Unterm Ahornknick baut Jörn Kruse aus Plön, Chef des Lagers „Castrum Plune“, mit seiner Ehefrau Helga Kruse eine Reihe Zelte, dazu Ständer für Schwerter, Helme und Kettenhemden seiner Kämpfer auf. Im Freikampf werden am Wochenende die Mitglieder aus seinem Lager alte Kampftechniken mit von Kruse geschmiedeten Waffen vorstellen. Sein Rat für Besucher, die von den Schwertern und Messern, die er vor dem Zelt ausstellt, fasziniert sind: „Man darf alles anfassen. Man muss aber vorher fragen.“

 Historisch genau geht es im Lager Op de Vogelwiesch zu. Gurken und Sellerie werden als Gemüse der Neuzeit fürs Foto aus der Holzschale verbannt. Tüten des schwedischen Möbelhauses und vom Bäcker sind am Nachmittag letzte Zeugen der Gegenwart. „Nur der Feuerlöscher darf sichtbar stehen bleiben“, sagt Christel Kropp. Plastik ist tabu.

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