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Hunde und Katzen vermehrt ausgesetzt

Tierschutz in Rendsburg Hunde und Katzen vermehrt ausgesetzt

Auf dem Gelände des Tierschutzvereins Rendsburg und Umgebung am Rande der Stadt ist viel zu tun: In den Sommerferien sind – wie jedes Jahr wieder – vermehrt Tiere ausgesetzt worden, die in der Obhut des Vereins landen. Bereits von April auf Juni hat sich die Zahl fast verdreifacht.

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Soziales Verhalten trainieren Anja Thiessenhusen (links) und Regina Kruse mit der fünfjährigen Terrier-Mischlingshündin Cindy und dem siebenjährigen Rottweiler Chucky.

Quelle: Wolfgang Mahnkopf

Rendsburg. Idyllische Ruhe und pure Natur am Stadtrand von Rendsburg: Die wohltuende Stille inmitten von saftigem Grün und Vogelgezwitscher wird jäh unterbrochen, als der Besucher an der Eisentür klingelt. Hundegebell hallt ihm entgegen, kleine und große Vierbeiner springen an die Umzäunung. Auf dem Gelände des Tierschutzvereins Rendsburg und Umgebung ist in der Ferienzeit vermehrt Betrieb. Acht Hunde, 36 Katzen und zehn Kleintiere wie Farbratten, Frettchen, Reptilien und Schildkröten haben in den Häusern im Kronwerker Moor eine vorläufige Bleibe gefunden.

„In der Sommerzeit haben einige Menschen für ihre Tiere plötzlich nicht mehr so viel Zeit oder keinen Bock auf ihre bisherigen Lieblinge. Sie setzen die Tiere aus. Die Häufigkeit macht sich jetzt bei uns bemerkbar“, sagt Marc Nadolny, der seit vier Jahren Vorsitzender des Vereins ist. Die Tiere würden beispielsweise vor Häusern, auf öffentlichen Plätzen oder in der Feldmark herumlungern.

„Katzen bekommen in den Monaten Juli bis September Nachwuchs. Wenn sich niemand um sie kümmert, dann landen die Jungtiere bei uns“, erzählt der 49-Jährige. Tiere würden auch auf dem Parkplatz vor dem Tierschutzverein ausgesetzt. Wer ein heimatloses Tier entdeckt, würde die Polizei anrufen. „Die Beamten wenden sich an uns, und wir holen dann die Tiere ab.“

Teilweise seien Hunde und Katzen nur entlaufen. „Sollte den Tieren ein Chip eingepflanzt sein, dann können wir den zuletzt eingetragenen Besitzer über das Deutsche Haustierregister schnell ermitteln.“ Anderenfalls finden die Vierbeiner in dem weitläufigen eingezäunten Gelände und unterschiedlichen Häusern ein vorläufiges Zuhause.

Das vermehrte Fundtieraufkommen dokumentiert Nadolny anhand von Zahlenmaterial. Kamen im April sechs Hunde, elf Katzen und zwei Kleintiere an, so waren es im Juli 13 Hunde, 34 Katzen und neun Kleintiere. „Die Entwicklung im August sieht nicht anders aus“, so Nadolny. Um die Tiere kümmern sich eine gelernte Tierpflegerin, zwei Auszubildende und neun angelernte Tierpflegerinnen. „Sie bringen den Tieren soziales Verhalten bei.“

Der Tierschutzverein übernimmt vertragsgemäß die hoheitliche Aufgabe, Fundtiere zu verwahren. Die Kosten von voraussichtlich 184000 Euro in diesem Jahr übernehmen etwa zu 60 Prozent die Städte Rendsburg und Büdelsdorf sowie 33 Gemeinden der Ämter Fockbek, Hohner Harde, Eiderkanal und Jevenstedt. „Den Rest finanzieren wir durch Spenden und Erbschaften“, erklärt Nadolny.

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