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Uralte Brocken mit Quarz und Glimmer

Tor zur Urzeit Brügge Uralte Brocken mit Quarz und Glimmer

Eine Stein-Vielfalt aus allen Phasen der Erdgeschichte präsentiert das Museum „Tor zur Urzeit“ in Brügge demnächst seinen Gästen: Ein Lkw kippte am Donnerstag 35 Findlinge auf dem Vorplatz in der Dorfstraße 4 ab, darunter auch tonnenschwere Gneise, Granite sowie Feuersteine.

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Gerald Kopp und Praktikantin Michelle Gävert untersuchen den 15 Tonnen schweren Gneis, der im Mittelpunkt des Findlingsgartens vom Brügger Museum Tor zur Urzeit stehen wird.

Quelle: Frank Scheer

Brügge. Das Team um Museumsleiter Gerald Kopp will aus der Masse von mittleren und größeren Findlingen in den nächsten Wochen per Radlader einen Findlingsgarten anlegen.

„Die Steine sind mit der letzten Eiszeit vor 17000 bis 18000 Jahren von Schweden nach Schleswig-Holstein gelangt“, berichtet Kopp. Die Gletscher hätten die tonnenschwere Fracht vor sich her geschoben, die Endmoräne sei bei Flintbek sowie Brüggerholz verlaufen. Die Findlinge in Brügge stammen aus der Kiesgrube Dohrn/Eggers in Negenharrie, mit der das Museum nicht zuletzt wegen der vielen Fossilien-Führungen einen engen Kontakt pflegt. Das größte Exponat bringt stattliche 15 Tonnen auf die Waage. Dabei handelt es sich um einen zwei Meter hohen wuchtigen Gneis, der wie der zehn Tonnen schwere Granit laut Kopp etwa 1,5 Milliarden Jahre alt sein soll.

In Schleswig-Holstein gebe es zwischen 8000 und 10000 verschiedene Steinarten, etwa zu jeweils einem Viertel Granite, Gneise und Feuersteine. „Das restliche Viertel machen viele andere aus, darunter auch Kalksteine“, erzählt Kopp. Die Findlinge durften sich die Museumsmacher in Negenharrie selbst aussuchen. Besonders stolz ist Kopp auf den Gneis, der aus den drei Mineralien Feldspat, Quarz und Glimmer besteht. „Bei diesem tollen Gneis ist die Bänderung, also die Adern mit den Mineralien, toll zu sehen.“ Auch einige kleine Feuersteine waren in der Fracht mit dabei. Sie bestehen hauptsächlich aus Silizium. „Die Neandertaler kannten die Technik. Wir kriegen damit aber kein Feuer hin“, betont Kopp.

Nach dem Rekordjahr 2015, wo 3000 Menschen in die Museumsscheune gekommen waren, können die Verantwortlichen wohl auch auf ein erfolgreiches 2016 hoffen. „Jetzt nach den ersten neun Monaten zeichnet sich eine ähnliche Gästezahl ab“, so Kopp. Der tolle Spätsommer habe zwar Besucher gekostet, aber viele Gäste besuchten das Museum mittlerweile auch im Herbst und Winter, fügte er hinzu. Besonders gut würden die Führungen angenommen, bei einer in diesem Jahr habe er 100 Teilnehmer gezählt.

Weitere Informationen zum erdgeschichtlichen „Museum Tor zur Urzeit“ in Brügge, das Sonnabend und Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet hat, im Internet unter www.torzururzeit.de

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