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Ein Dorf steht unter Schock

Tragischer Reitunfall Ein Dorf steht unter Schock

Das Schrecklichste, was Eltern sich vorstellen können, ist am Wochenende in Schönbek (Kreis Rendsburg-Eckernförde) passiert: Ein siebenjähriges Kind kam unter tragischen Umständen bei einem Reitunfall ums Leben. Das 200-Einwohner-Dorf bei Neumünster steht unter Schock.

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Die Eltern des tragisch verunglückten Mädchens haben in Schönbek eine Trauerstätte errichtet.

Quelle: Torsten Müller

Schönbek. Nach Angaben der Polizei ereignete sich der Vorfall bereits am Freitagnachmittag. Das kleine Mädchen hatte auf der Hofkoppel der Familie gerade das Pony gestriegelt und wollte es anschließend an einem Führstrick zur Weide bringen. Plötzlich ging das Pferd aber durch und schleifte die Siebenjährige hinter sich her. Nach dem derzeitigen Stand der polizeilichen Ermittlungen war das Kind nicht in der Lage gewesen, sich von dem Seil zu befreien. Durch den Unfall erlitt das Mädchen so schlimme Verletzungen, dass es diesen noch am Unglücksort erlag. Der mit einem Rettungshubschrauber eingeflogene Notarzt konnte dem Mädchen nicht mehr helfen.

Unklar ist, warum sich das Kind nicht selbst vom Führstrick lösen konnte. Unter Reitern wird über das Unfassbare bereits spekuliert. Sie wissen, dass es sehr unterschiedliche Führstricke gibt. Bei manchen lässt sich der Panikhaken unter Spannung nicht öffnen. Möglich ist auch, dass sich das Kind den Strick fest um die Hand gewickelt hatte. Doch das sind zum jetzigen Zeitpunkt nur Vermutungen.

Tiefe Trauer in Schönbek

In Schönbek löste der tragische Tod des Mädchens tiefe Trauer aus. In der Nähe der Unglücksstelle ist eine Trauerstätte eingerichtet worden. Viele bunte Lebenslichter reihen sich dort auf einer Mauer aneinander. Immer wieder kommen Familien mit Kindern und verweilen dort für mehrere Minuten andächtig. Am Sonntag herrschte dort Stille und großes Schweigen. Nur der Lärm der nahen Autobahn durchdrang die Luft.

Auch Norbert Schulz, stellvertretender Bürgermeister, und seine Frau Katrin sind erschüttert. „Die Nachricht hat uns wahnsinnig getroffen.“ Von dem Unglück erfuhr er nur durch Zufall bei einer Autofahrt durch Hamburg: „Ich musste erst mal rechts heranfahren“, gesteht Schulz und ringt nach Worten. Froh ist er, dass der Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr umgehend reagierte und einen für vergangenen Sonnabend geplanten Laternenlauf abgesagt hat. „Der Tod tut jedem im Dorf weh. Viele haben hier Kinder“, sagt er. Die Dorfgemeinschaft stehe aber zusammen, man kümmere sich umeinander. Das gelte auch für die vom Unglück betroffene Familie.

Von Thorsten Müller

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