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Zusammen Spaß haben ist das oberste Ziel

Treff 34 Kronshagen Zusammen Spaß haben ist das oberste Ziel

An der Kindertagesstätte Fußsteigkoppel hat die Gemeinde Kronshagen eine Anlaufstelle für Kinder aus dem benachbarten Hochhausgebiet geschaffen. Im Treff 34 spielen Kinder aus den unterschiedlichsten Ländern seit 15 Jahren nachmittags miteinander. Deutsch ist dabei die Sprache der Verständigung.

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Die Kinder vom Treff 34 in Kronshagen sind eine bunte Truppe mit dem gemeinsamen Willen, sehr viel Spaß zu haben.

Quelle: Torsten Müller

Kronshagen. Vereinte Nationen gibt es nicht nur in New York. Im Treff 34 in Kronshagen spielen Kinder aus den unterschiedlichsten Ländern seit 15 Jahren nachmittags friedlich miteinander. Deutsch ist dabei die Sprache der Verständigung.

 „Hier gibt es fast alle Spiele.“ Die neunjährige Duha, deren Eltern aus dem Irak stammen, ist begeistert. Sie und ihre Freundinnen kommen schon seit einigen Jahren in die „34“. Gülbaran (10) mit türkischen Wurzeln liebt den großen Kicker und freut sich wie eine Königin, wenn sie gewinnt. Iman (11) gesteht: „Ich finde Robi so toll.“ Robi Abraham ist Schulsozialarbeiter an der Brüder-Grimm-Schule; seine Eltern stammen aus Eritrea. Zusammen mit Viola Breitzke leitet er montags bis freitags von 15 bis 18 Uhr den Treff an der Kindertagesstätte Fußsteigkoppel. Beide sind Mitarbeiter des Kirchenkreises Altholstein. Die personelle Kontinuität in Schule und Treff bietet Vorteile: Die Sozialpädagogen sind überall bekannt und beliebt.

 In der ehemaligen Hausmeisterwohnung schuf die Gemeinde 2001 ein Angebot für die vielen Kinder aus dem benachbarten Hochhausgebiet. Der traditionelle Treff im Haus der Jugend am Heischberg war den Sechs- bis Zwölfjährigen viel zu abgelegen. Mit 55 Quadratmetern ging der Treff seinerzeit an den Start. Doch schnell wurde klar: Die Zwei-Zimmer-Wohnung ist für die bunte Kinderschar viel zu klein. 2005 erweiterte ein gläserner Anbau mit Blick ins Grüne den Platz auf gut das Doppelte.

 Doch auch jetzt kann es eng werden, wenn sich bei schlechtem Wetter bis zu 30 Kinder in dem Treff tummeln. Aufgrund des Geräuschpegels ist es manchmal schwer, andere zu verstehen. Deshalb wurde der ehemalige Tobe-Raum zum Rückzugsort umgestaltet, wo die Treffleiter auch Einzel- oder Elterngespräche führen können. Dabei half auch eine Spende der Brüder-Grimm-Schule in Höhe von 870 Euro. Das Geld war Teil des Erlöses vom Weihnachtsbasar. „Die Schulkonferenz hatte beschlossen, dass möglichst alle Kinder in Kronshagen von diesem Geld profitieren sollen“, sagt Rektorin Jutta Wichelmann.

 Für sie ist der Treff 34 noch aus einem anderem Grund von Bedeutung: Vormittags gibt es zweimal in der Woche dort die sogenannten Sprint-Kurse. „Das sind Sprachintensiv-Maßnahmen für Kinder, die ohne Deutschkenntnisse nach Deutschland gekommen sind und nach den Sommerferien eingeschult werden“, erläutert Wichelmann. Auch deutsche Kita-Kinder aus spracharmen Familien sind dabei. Die Organisation läuft über die Volkshochschule Rendsburg. Auf Deutsch als Sprache der Verständigung legt auch Robi Abraham Wert: „Dadurch wissen wir immer, was gerade passiert.“ Lediglich neu angekommene Flüchtlinge bekämen zunächst einen „Welpenschutz“.

 Im Zentrum für Deutsch als Zweitsprache (Daz) an der Brüder-Grimm-Schule lernen diese Kinder aber relativ schnell. Und falls es trotzdem für die Verständigung mal nicht reichen sollte, weiß Jutta Wichelmann eine Lösung: „Dann helfen Kinder aus der vierten Klasse bei Gesprächen.“

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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