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Stufen sollen niedriger werden

Bordesholm Stufen sollen niedriger werden

Die von vielen Bürgern als zu steil empfundene Treppe zum Fußgängertunnel am Bahnhof in Bordesholm steht am Montag, 18. April, ab 19.30 Uhr im Rathaus im Mittelpunkt einer Sondersitzung des Bauausschusses. Man wolle die Situation verbessern, verspricht Amtsdirektor Heinrich Lembrecht.

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Die Reste der alten Treppe am Bahnhof in Bordesholm sind noch zu sehen. Da sie nicht ohne Folgeschäden demontiert werden können, sollen sie zum Ende der Baumaßnahme mit Erde überdeckt werden. Über die Steigung der neuen Treppe wird am Montag im Bauausschuss beraten.

Quelle: Frank Scheer

Bordesholm. Fest steht: Eine Abflachung ist technisch machbar, der Platz dafür ist da. Jedoch müsste die gesamte halbrunde Aufweitung zum Rathaus, die als optisches Kernstück der gesamten Maßnahme gesehen wird, angepasst, sprich verlängert, werden. Amtsdirektor Heinrich Lembrecht räumte Versäumnisse bei der Planung der neuen Treppe ein. „Rampen, Wände und sonstige Details wurden haarklein besprochen. Aber niemand hat über die Steigung nachgedacht. Weder der Planer hat uns darauf hingewiesen, noch haben wir als Verwaltung oder die Kommunalpolitik nachgefragt“, räumte er im Gespräch mit unserer Zeitung ein. Die Steigung von über 30 Prozent verunsichert aber viele Menschen.

 In der Debatte wird es auch darum gehen, ob die DIN-Norm 18065 erfüllt wird. Verwaltung und Planer sehen sie erfüllt. Andere Experten betonten, dass zwar die notwendige Schrittmaßformel eingehalten sei, Sicherheits- und Bequemlichkeitswerte aber keineswegs erfüllt würden. Die gesetzliche Unfallversicherung VBG stuft übrigens eine Treppe mit einer Stufenhöhe von 17 Zentimetern und einer Auftrittsbreite von 29 Zentimetern als „besonders sicher begehbar“ ein. Mit ihren jetzigen Maßen von 18/27 fällt die neue Bordesholmer unter diesem Gesichtspunkt glatt durch. Allerdings hält die VBG Breiten von Höhen von 14 bis 19 Zentimetern und Breiten von 26 bis 32 Zentimetern für „sicherheitstechnisch vertretbar“. Recherchen bei Baustoffhändlern ergaben, dass im normalen privaten Bereich bei Treppen besonders gebräuchliche Maße 16/31 und 15/33 sind. „Stufenhöhen von 17 bis 18 Zentimetern, wenn wenig Platz ist, sind auch gang und gäbe, das ist dann aber steiler“, sagte der Händler Andreas Wolf aus Lübeck.

 Nach KN-Informationen soll die Stufenhöhe der neuen Treppe um einen Zentimeter von 18 auf 17 reduziert werden. Allerdings sind etliche Stufen derzeit deutlich höher als 18 Zentimeter. Die Auftrittsbreite soll von 27 auf 28 Zentimeter erhöht werden. Andreas Kiel, Vorsitzender des Handwerks- und Gewerbevereins, der die Treppe auch für Murks hält, sieht keinen Nutzen in der Nachbesserung. „Ein Zentimeter verändert nicht viel.“ Demnächst wird ja auch die Rampe für die Fußgänger zur Verfügung stehen, sodass man die Qual der Wahl hat.

 Eine kleine Anekdote am Rande: Die Reste der alten Treppe, die neben der neuen noch zu sehen sind, bleiben der Gemeinde erhalten. „Als Mahnmal, wie eine gute Treppe funktioniert“, sagte schmunzelnd ein Treppensteiger. Eine vollständige Entfernung sei wegen der Verankerung mit Bunkerbeton nicht ohne Folgeschäden am Bahntunnel möglich. Nach dem Ende der Bauphase werden sie mit Mutterboden bedeckt.

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Ein Artikel von
Frank Scheer
Holsteiner Zeitung

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