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Bordesholm: Treppe wird umgebaut Nicht mehr so steil

Die massive öffentliche Kritik hat ihre Wirkung nicht verfehlt: Die Gemeinde Bordesholm und das Amt wollen die steile Treppe zum Fußgängertunnel am Bahnhof „entschärfen“.

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Viel genutzt, aber derzeit noch recht unbeliebt: Die neue Bahnhofstreppe zur Unterführung unter den Bahngleisen steht bei den Benutzern in der Kritik.

Quelle: bk

Bordesholm.  Die Gemeinde und das Amt Bordesholm reagieren auf die massive öffentliche Kritik an der steilen Treppe zum Fußgängertunnel am Bahnhof. Die Stufenhöhe soll um eineinhalb bis zwei Zentimeter verringert, der Auftritt verbreitert werden. Bereits am Montagmorgen gab es einen Ortstermin. „Die Experten müssen uns sagen, was machbar ist. Wenn nötig, wird die Treppe verlängert“, machte Amtsdirektor Heinrich Lembrecht im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich. Die SPD-Fraktion erwartet einen sofortigen Baustopp und eine Sondersitzung des Bauausschusses.

 Die Treppen-Debatte hatte der Seniorenbeirat vor zwei Wochen losgetreten. Ältere Menschen fühlten sich auf dem Bauwerk nicht sicher, argumentierte der Beiratschef Albert Holzer. Doch seine Eingabe verpuffte zunächst. Das Amt berief sich nach Rücksprache mit dem Planungsbüro Siller auf die DIN 18065, die die Mindest- und Höchstmaße von Treppen regelt. Und danach sei alles normgerecht gebaut worden: Die neue Treppe hat eine Stufenhöhe von 18 (alt: 15,5) Zentimeter und eine Stufenauftrittsbreite von 27 Zentimeter. Nach der in der DIN verankerten Schrittmaßformel ergibt sich bei der neuen Treppe sogar ein idealer Wert von 63.

 Experten betonten mittlerweile gegenüber den KN, dass die DIN-Norm aber noch viel mehr als nur die vom Planungsbüro angeführte Schrittmaßformel beinhalte. Unter dem Gesichtspunkt Bequemlichkeit und Sicherheit sollte im öffentlichen Bereich eine Steigung von 20 bis 30 Grad eingehalten werden – der Wert für die neue Treppe liege aber deutlich darüber. Beim verkaufsoffenen Sonntag bemängelten das auch, wie berichtet, viele Passanten. Tenor: unzumutbare Kletterpartie.

 Das Gemecker blieb diesmal nicht ungehört. „Wir verstecken uns nicht, sondern wir reagieren rechtzeitig“, so Amtsdirektor Heinrich Lembrecht. Er räumte ein, dass man sich bei der Planung offenbar viel zu sehr mit der behindertengerechten Rampe beschäftigt habe und „einfach eine Treppe bestellt habe“. Auch er halte die Treppe mittlerweile für zu steil. Sie müsse für Fußgänger bequemer werden.

 SPD-Fraktionschef Ronald Büssow pflichtete ihm bei: „Wenn man oben steht und den dritten Stufenabschnitt nicht sehen kann, bekommt man Angst.“ Er forderte einen Baustopp, damit nicht weitere Fakten geschaffen würden und die Kommunalpolitik mit eingezogen werde. Zudem bemängelte Büssow, dass seit Tagen eine der Stufen lose gewesen sei – auch am verkaufsoffenen Sonntag.

 Georg Schareck, Hauptgeschäftsführer des Bauhauptgewerbeverbands in Kiel, betonte auf Nachfrage, dass es „Toleranzen bei allen Bauwerken geben kann und muss“. Wichtig sei, was vertraglich vereinbart sei und was die technische Abnahme letztlich ergebe. „Eine Kommune ist aber gut beraten, auf Kritik zu reagieren, denn es sind letztlich Steuergelder, die verbaut werden.“

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