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Tunnel ist voll gesperrt

Shuttle-Service aber kaum nachgefragt Tunnel ist voll gesperrt

Der Fußgängertunnel am Bahnhof in Bordesholm ist in den nächsten Tagen wegen Abbrucharbeiten voll gesperrt. Fußgänger müssen Umwege in Kauf nehmen. Senioren können einen kostenfreien Shuttle nutzen - der wird aber kaum nachgefragt.

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Der Tunnel in Bordesholm ist jetzt tagsüber gesperrt. Die Abbrucharbeiten an der Westrampe sind in vollem Gange.

Quelle: Sven Tietgen

Bordesholm. Eine Passantin schiebt ihren Rollator nahe an den Bauzaun und blickt neugierig auf die Abrissarbeiten an der Tunnelrampe. Auf das Taxi, dass Menschen mit Mobilitätseinschränkungen regelmäßig auf die andere Gleisseite kutschiert, wartet sie nicht.„Das brauche ich nicht, ich habe ja Zeit und bin gern an der frischen Luft“, erzählt die Bordesholmerin. Kein Einzelfall: Der neue Shuttle-Service wird nur zögerlich angenommen.

 Am Mittwoch wurde der Tunnel erstmals über Tag komplett gesperrt. Die Pendler konnten bis morgens 8.30 Uhr den über die Treppen erreichbaren Durchgang unter den Gleisen nutzen, danach mussten Bahnfahrer und Fußgänger bis 18 Uhr den deutlich längeren Umweg über den Straßentunnel der Bahnhofstraße nehmen. Am Freitag wurde die Vollsperrung für einen Tag aufgehoben. Am Montag und am heutigen Dienstag ist der Tunnel erneut von 8.30 bis 18 Uhr gesperrt. Der von Amt und Gemeinde eingerichtete, kostenlose Shuttle-Service für auf den Rollator angewiesene Personen oder gehbehinderte Bürger ist noch nicht der Renner: An den ersten Sperrungstagen schoben im Straßentunnel öfter Menschen ihre Rollatoren über den Fuß- und Radweg.

 Bis Donnerstagmittag fuhren die Fahrer von Taxi Rohwer zwei Einzelpersonen und ein Ehepaar vom Bahnhof zum Lebensmittelmarkt oder umgekehrt. Zur provisorischen Haltestelle an der Taxi-Zentrale im Bahnhof kam auch Renate Maas. Die gehbehinderte Bordesholmerin wollte zum Zug in Richtung Kiel. Pünktlich zum Fahrplan-Halt um 14.15 Uhr stoppte Horst Kähler mit dem Taxi, Renate Maas stieg erfreut ein. „Das ist eine tolle Sache. Für mich wäre das sonst ein großer und beschwerlicher Umweg.“ Das Taxi-Unternehmen hatte auf die zögerliche Nutzung bereits reagiert und Zettel mit dem kostenlosen Angebot inklusive Fahrplan in der Umgebung verteilt.

 „Die Fahrpläne und die Infos sind nur in direkter Nähe vom Bahnhof angebracht worden. Wir haben sie jetzt an der Tankstelle und anderen Orten verteilt. Der Service hatte sich wohl noch nicht so herum gesprochen“, sagte Mitarbeiter Patrick Hamann. Nicht zu übersehen sind unterdessen die Wachleute von der örtlichen Sicherheitsfirma ZST auf den Bahnsteigen: Die Männer in den gelben Warnwesten achten im Auftrag von Amt und Gemeinde während der Vollsperrungen darauf, dass kein Bahnnutzer die Gleise überquert. „Solange wir hier sind, hat es noch keiner versucht“, erzählte ein Wachmann.

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