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Der verdrehte Kirchturm

Nortorf Der verdrehte Kirchturm

Die Spitze des Kirchturms bereitet dem St.-Martin-Kirchengemeinderat in Nortorf derzeit gehörig Kopfzerbrechen. Zum einen hat sich der Turm über die Jahrhunderte in sich gedreht, sodass die tragenden Holzbalken gestützt werden müssen. Noch teurer werden aber die Risse in der Kupfereindeckung des Turmdachs.

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Christoph Tretow (von links), Hanns Lothar Kaempfe und Gerd Kröger stehen vor dem gewundenen Turm. Die Statik muss verbessert werden.

Quelle: Gunda Meyer

Nortorf. Noch Ende der Woche sollen die Arbeiten beginnen, um den Turm zu stabilisieren. Entstanden ist die Drehung, weil beim Bau des Gotteshauses im 17. Jahrhundert nasse Balken verbaut wurden, die sich durch die Trocknung anschließend verzogen haben.

 „Wir werden einen zusätzlichen Holzring einbauen, der die bestehenden Balken stabilisiert“, erklärt Architekt Gerd Kröger, der im Bauausschuss des Kirchengemeinderats sitzt. Durch die Drehung liegen auch Balken und Verbindungsbalken nicht mehr direkt aneinander. Bis zu einer Handbreit Luft ist bei vielen Verbindungen entstanden. „Dort werden Holzkeile eingeleimt“, sagt Kröger. Dafür wird ein spezielles Eichenholz benutzt, das so massiv ist, dass Kröger für die Arbeiten mit einem großen Bohrerverbrauch rechnet.

 Die neuen Balken bekommt man aber nur über ein Fenster in gut 16 Metern Höhe in den engen Turm. Deshalb wurde schon ein Gerüst aufgebaut. „Für die statische Ertüchtigung zahlen wir rund 30000 Euro“, berichtet Kirchengemeinderatsvorsitzender Hanns Lothar Kaempfe. Weitere Maßnahmen, die die Unfallkasse angemahnt hat, sollen gleich mit gemacht werden, darunter die Erneuerung einiger Treppenstufen, durch die sich der Holzwurm gefräst hat, und des Brüstungsgeländers auf der Chor-Empore. Diese Arbeiten kosten zusätzlich 20000 Euro.

 Wesentlich teurer wird die Neueindeckung des Dachs. „Wir hoffen auf Fördermittel“, sagt Kaempfe. Derzeit würden die Kosten ermittelt. „Vor 2018 werden am Dach keine Maßnahmen beginnen können“, ergänzt Pastor Christoph Tretow. Die rund 50 Risse seien durch die natürliche Bewegung des 56 Meter hohen Turms entstanden, der im Wind bis zu 60 Zentimeter hin und her schwingen kann. Die Löcher wurden im Juni über einen Hubsteiger provisorisch mit Klebestreifen abgedichtet.

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