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Eine Legende auch in Nortorf

70. von Udo Lindenberg Eine Legende auch in Nortorf

Udo Lindenberg rockt der Rente davon: Der Musiker, der am Dienstag 70 Jahre alt wird, erscheint zurzeit allgegenwärtig. Gerade tourte er auf „Mein Schiff 3“ mit seinem Panik-Orchester und 2500 Fans nach Mallorca. Früher traf man ihn auch in Nortorf.

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Ohne Hut und Brille: der junge Udo Lindenberg in Nortorf. Bei einem Besuch im Teldec-Schallplattenwerk im Jahr 1977 machte der „Panikrocker“ einen Abstecher auf den benachbarten Bauernhof.

Quelle: Archiv Museum

Nortorf. Mit seinem neuen Album „Stärker als die Zeit“ landete er auf Platz Eins in den Charts und bald startet er seine große Stadien- und Hallentour. Udo ist so beliebt und erfolgreich wie nie. Er gilt als der große alte Mann der deutschen Rockmusik.

 In der „Stadt der Schallplatte“ erinnert man sich gerne an die Anfangszeit von Lindenbergs Karriere, in Nortorf ranken sich geradezu Legenden um ihn. Die Vinyl-Schallplatten des Hamburger Musikers wurden dort bis 1988 im Teldec-Werk gepresst. Besuche des Deutschrockers lieferten einerseits immer unterhaltsame Anekdoten, andererseits waren sie auch gefürchtet, weiß Lutz Bertram, Chef des Nortorfer Museums, das den Nachlass des Schallplattenwerks im Fundus hat.

 „Udo Lindenberg kontrollierte seine Aufnahmen unheimlich genau und krittelte gern an technischen Details herum“, sagt Lutz Bertram. Solche Geschichten hat der ehrenamtliche Museumschef von ehemaligen Mitarbeitern erfahren. Die Besuche des Rockstars sind allerdings auch dokumentiert. Mit dem typischen „Keine Panik“ trug sich Udo 1975 ins Gästebuch des Schallplattenwerks ein. Damals durfte er an einer der Maschinen auch selbst Hand anlegen und eine Schallplatte pressen, wofür er sich bedankte.

 Im Fundus des Museums sind auch Schwarzweiß-Fotos, die Udo Lindenberg im Kuhstall von Familie Röschmann zeigen. Der Bauernhof lag damals noch gleich neben dem Teldec-Werk. Unbestätigt ist die Anekdote, dass Udo bei dieser Gelegenheit auch auf einer Kuh geritten sein soll. Unter ehemaligen Teldec-Mitarbeitern machte auch die Runde, dass Udo bei einem Besuch in den 70er-Jahren fast das Werkstor ruiniert hätte. Der Pförtner habe die Schranke im allerletzten Moment noch so weit hoch bekommen, dass das Porsche-Cabrio des Stars knapp drunter passte.

 An die 40000 Schallplatten hat das Nortorfer Museum im ehemaligen Kesselhaus des Teldec-Werks eingelagert. Darunter dürften auch alle schwarze Scheiben von Udo zu finden sein, allerdings ist der Bestand derzeit in Kartons und Kisten verwahrt, weil die Standortfrage des Museums noch lokalpolitisch geklärt werden muss. Mit seinen erfolgreichen Langspielplatten war Lindenberg, ebenso wie Peter Maffay oder James Last, auf jeden Fall einer der „Regenmacher“ unter den Künstlern, die in Nortorf gepresst wurden, so Bertram. Udo-Hits sorgten für Beschäftigung und sicherten Arbeitsplätze.

 Eine Rarität, für die Udo-Fans viel bieten würden, hat Museumschef Bertram allerdings griffbereit. Die Single „Holidays auf Hallig Hooge“ von den „Hooge-Singers“, die 1969 in Nortorf gepresst wurde. Die Liedchen über schöne Ferien an der Nordsee lassen nicht wirklich aufhorchen – die Liste der Mitwirkenden dafür umso mehr, denn dort ist Udo Lindenberg als Schlagzeuger aufgeführt. Das deckt sich mit Lindenbergs Biografie, der vor seinem Durchbruch mit dem Album „Andrea Doria“ 1973 vor allem als Drummer, unter anderem auch für Klaus Doldinger oder die Band Atlantis, arbeitete.

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Ein Artikel von
Sven Detlefsen
Ressortleiter Holsteiner Zeitung

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Zwei unbekannte Männer haben ein von Udo Lindenberg gemaltes Bild aus dem Hotel Atlantic Kempinski in Hamburg gestohlen. Das bestätigte ein Polizeisprecher am Montag. Bei dem Bild handele es sich um ein Gemälde mit dem Namen „Andrea Doria“, das im hinteren Foyerbereich des Hotels aufgehängt war.

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