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Es wird langsam eng im Lagerhaus

Verein Wir für Rendsburg Es wird langsam eng im Lagerhaus

Pullover, Hosen, Jacken, Shirts – jede Menge gespendete Kleidung für Flüchtlinge häuft sich in der Lagerhalle 44 auf dem Oktogon-Gelände in der Schleswiger Chaussee. Der hier verantwortliche Verein Wir für Rendsburg denkt über eine neue Bleibe nach. Der Lagereigentümer verhandelt indes mit dem Land um die Lager-Miete.

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Steffen Uebelhör, Vorsitzender des Vereins Wir für Rendsburg: „Es wird ununterbrochen gespendet.“

Quelle: Malte Kühl

Rendsburg. Die Spendenbereitschaft in Rendsburg ist ungebrochen. Langsam wird es eng in dem Lagerhaus auf dem ehemaligen Gelände der Feldwebel-Schmid-Kaserne. Der Verein Wir für Rendsburg denkt über eine neue Lösung nach.

 Bärbel Bischoff, Evelyn Nehlsen und Renate May sortieren Kleidung und legen sie zusammen. Sie selbst haben dicke Jacken an, beheizt ist die Halle zum Sortieren nicht. Auf dem Tisch vor ihnen häufen sich die Pullover, Hosen und T-Shirts. Hinter ihnen stehen volle Säcke und Kisten. „Nach der zweiwöchigen Pause ist noch einmal ein großer Schwung an Spenden reingekommen“, sagt Steffen Uebelhör, Vorsitzender des Vereins Wir für Rendsburg, der sich um die Kleiderspenden kümmert. „Die Spendenbereitschaft ist ungebrochen.“ Selbst als die erste Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) in der Büsumer Straße im November geschlossen wurde, kamen weiter Spenden.

 „Etwa 90 von 119 Lagerboxen haben wir schon belegt“, sagt Steffen Uebelhör. Einen Teil hat Lagerbetreiber Olaf Paulisch an andere vermietet, den Rest benutzt fast ausschließlich der Verein. Auf eine Kompensation wartet der Gebäudeinhaber bisher vergeblich. Der Verein solle nicht für die Nutzung zahlen, jedoch versuche er seit September einen Kontakt zum Land herzustellen, sagt Paulisch. Nun stehe er kurz vor einer Einigung. Ehrenamtlich helfen sei nicht das Problem, aber man könne nicht davon ausgehen, dass er stetig Verlust mache.

 Trotzdem denkt der Verein über eine neue Bleibe nach. Die Nähe zur neuen Erstaufnahmeunterkunft, die derzeit wenige hundert Meter vom Lagerhaus entfernt entsteht und laut Innenministerium rund 2000 Flüchtlinge aufnehmen soll, bereitet Sorge. „Wenn die Ausgabebedingungen ähnlich sind, wie in der EAE in der Büsumer Straße, könnten wir ein Problem bekommen“, meint Uebelhör. Auch damals habe er schon beim Kleider ausgeben geholfen. „Es wurde an vier Tagen in der Woche für zwei Stunden Kleidung ausgegeben. Jeweils acht Personen durften sich zehn Minuten maximal fünf Kleidungsstücke aussuchen“, erläutert der Vorsitzende. Läuft das in der neuen Einrichtung ähnlich, würde nicht jeder Flüchtling etwas bekommen. Als Konsequenz befürchtet er, dass ein großer Ansturm von Flüchtlinge direkt zum Lagerhaus käme. „Das können wir personell einfach nicht leisten.“

 „Wir versuchen jedem zu geben, was er braucht“, sagt Steffen Uebelhör. So würden momentan viele Flüchtlinge, die schon in der Region untergebracht sind, das Angebot des Vereins nutzen. „Bei uns gibt es kein Limit. Braucht jemand mehrere Kleidungsstücke, so bekommt er sie auch.“ Meist werden mit den Betreuern oder Dolmetschern extra Termine vereinbart. „So stellen wir sicher, dass die Flüchtlinge uns auch richtig verstehen“, sagt der Helfer. Gerade in den letzten Tagen sei der Bedarf an Winterkleidung, besonders unter den Flüchtlingen aus wärmeren Ländern gestiegen.

 Besonders Kleidung in großen Größen, die fast nie gebraucht wird, kommt Bedürftigen aus der Region zu Gute. „Das, was wir als Spende bekommen, geben wir auch als Spende raus“, sagt Steffen Uebelhör.

 Der Name Wir für Rendsburg steht laut Verein für den Willen, zu helfen, die Initiative zu ergreifen, das Richtige zu tun. Seit Mitte August sammeln die freiwilligen Helfer Spenden in der Lagerhalle 44 auf dem Oktogon-Gelände in der Schleswiger Chaussee. Die Öffnungszeiten sind montags bis donnerstags von 9 bis 17 Uhr sowie freitags von 9 bis 15 Uhr. Zurzeit wird auch eine Internetpräsenz auf www.wir-fuer-rendsburg.de aufgebaut. Als Ansprechpartner ist Steffen Uebelhör unter Tel. 0160/3772163 erreichbar.

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