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Eiderufer liegt derzeit mitten im Garten

Überschwemmung Flintbek Eiderufer liegt derzeit mitten im Garten

Der Dauerregen sorgt für hohe Pegelstände und nasse Keller auf den Grundstücken und in den Häusern nahe der Eider rund um Flintbek. Hans-Jürgen Graht muss derzeit Gummistiefel tragen. In seinem Garten haben sich riesige Wasserflächen gebildet. Flächenversiegelung sei einer von vielen Gründen.

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Er nimmt es mit Humor, weil es nicht zu ändern ist: Das Wasser nimmt bei Dauerregen schnell überhand im Garten von Familie Hans-Jürgen Graht aus Flintbek.

Quelle: Sorka Eixmann

Flintbek. Ein Entenpärchen streicht im Hintergrund mit lautem Gequake ab, Artgenossen ziehen schwimmend ihre Kreise: Der Garten von Hans-Jürgen Graht präsentiert sich in diesen Tagen als Paradies – zumindest für Wasservögel. Allerdings ungewollt, denn die Eider ist seit Tagen dermaßen voll, dass Graht und seine Familie nur noch mit Gummistiefeln in den Garten können.

 Ein Bild, an das sich Familie Graht in den vergangenen Jahren schon fast gewöhnt hat. Das war nicht immer so. „Das Haus hier in der Brückenstraße ist mein Elternhaus, seit 1965 lebe ich dort“, erinnert sich der Amtsleiter der Flintbeker Verwaltung. Früher hätten seine Eltern immer fruchtbaren Boden im Garten gehabt – „Wir hatten die größten Kartoffeln“ – , inzwischen müsste er Hochbeete anlegen. „Der Boden ist derartig durchnässt, dass alles verfault.“ Im Gegensatz zu einigen Nachbarn hat er keine Probleme mit Wasser im Keller, denn dafür liegt das Haus zu hoch.

 Dennoch ist es ärgerlich, betroffene Nachbarn haben es schwer, den Keller und das Mauerwerk trocken zu halten. „Wir müssen als Anlieger immer darauf achten, dass der Wasser- und Bodenverband zwei Mal im Jahr die Eider vom Schilf befreit. Ich habe das schon dokumentiert. Das bringt nach dem Mähen rund 40 bis 50 Zentimeter, die der Wasserstand umgehend sinkt.“

 Graht kennt einige der Gründe, warum sich das Land hinter der Brückenstraße bei Stark- und Dauerregen in eine Seenlandschaft verwandelt. „Mit der Versiegelung vieler Flächen hat das Drama angefangen. Dazu kam dann die gewollte Vernässung des Oberen Eidertals. Das alles zusammen hat sicher dazu geführt, dass die Eider sich ihren Weg suchen muss.“ Dazu kommt noch ein 90-Grad-Winkel im Flusslauf und ein relativ kleiner Durchlass an der Freeweid-Brücke, und schon staue sich das Wasser massiv zurück. Dennoch betont Graht: „Wir nehmen es gelassen, unser Haus ist ja nicht betroffen.“

 Schwieriger ist die Lage für viele Landwirte, die nach dem Winter darauf gehofft haben, wieder Gülle ausbringen zu können. Doch genau das dürfen sie jetzt nicht, denn Gülle darf nicht auf wassergesättigtem Boden ausgebracht werden. So lange das Wetter sich nicht bessert, werden die Wasserstände für Probleme in vielen Bereichen sorgen.

  Und es soll weiter regnen ...

 Als Wetterfrosch Nummer eins gilt in unseren Regionen Meeno Schrader. Er weiß, wie das Wetter wird, ändern kann er es allerdings nicht. Auch seine Wettervorhersage spricht nicht von Besserung. Die steigenden Wasserstände, die bereits Auswirkungen auf den Betrieb der Kanalfähren hatten, werden in den kommenden Tagen nicht sinken. Der Freitag ist dominiert von dichten Wolken und gelegentlich Regen-, Schneeregen- oder Graupelschauern, am Sonnabend soll es immerhin einen kurzen Wechsel von Wolken und Sonne geben, bevor es am Sonntag wieder überwiegend dicht bewölkt ist und Regen oder Schneeregen die Probleme der nassen Landschaften nicht verbessern. Die Gummistiefel sollten also nicht nur bei Hans-Jürgen Graht in Reichweite bleiben.

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Sorka Susann Eixmann
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