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Uganderin ist begeistert vom Kindergarten

Kronshagen Uganderin ist begeistert vom Kindergarten

Ihr Name ist Programm: Joyce. Schon auf den ersten Blick fällt die junge Uganderin durch ihre Freundlichkeit auf. Sie liebt Begegnungen und ist neugierig auf alles Neue. Durch das Austauschprogramm Weltwärts/Artefakt arbeitet die 25-Jährige seit Februar in der kirchlichen Kindertagesstätte.

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Joyce Cornelius Nabirye aus Uganda ist für ein Jahr zu Besuch in Kronshagen. Die 25-Jährige arbeitet im kirchlichen Kindergarten und trommelt am Sonntag im Brückenbau-Gottesdienst der Christusgemeinde.

Quelle: Torsten Müller

Kronshagen. Für Menschen aus dem ostafrikanischen Staat bietet der Besuch in Deutschland so manche Überraschung. Das fängt schon mit dem Wetter an. „In Februar war es in Kronshagen sehr kalt, jetzt im Sommer wurde es richtig heiß“, sagt Joyce Cornelius Nabirye. In Entebbe, ihrer Heimatstadt am Victoriasee, herrscht ganzjährig ein warmes Klima von etwa 24 Grad.

 Ihr Vater ist dort Berufsschullehrer. Durch deutsche Freiwillige, denen sie in einer Ferienschule begegnete, reifte der Wunsch, Deutschland kennenzulernen. Weltwärts bietet jetzt auch Afrikanern die Möglichkeit, andere Länder und Kontinente kennenzulernen. Entwicklungshilfe ist keine Einbahnstraße mehr. Lernen kann man auf beiden Seiten und helfen, Vorurteile abzubauen – auch in Kronshagen. „In Uganda gibt es keinen Krieg. Ich lebe seit 25 Jahren da und habe noch keinen erlebt“, versichert sie.

 In Entebbe arbeitete sie als Beraterin und Begleiterin von Menschen, die sich mit HIV infiziert haben. Wenn sie wieder zu Hause ist, will sie einen Master in Psychologie und Psychotherapie machen. Im kirchlichen Kindergarten in der Kopperpahler Allee 40 arbeitet sie derzeit als Erzieher-Assistentin mit Drei- bis Sechsjährigen. So nebenbei wirkt sie auch als Englischlehrerin bei den Kleinen. Überrascht war sie, dass nicht alle Menschen in Deutschland englisch sprechen. „In Uganda ist Englisch Amtssprache“, sagt sie. Aber selbst ihre regionale Sprache, das Lusoga, enthält ein deutsches Wort: „Kindergarten“. Geradezu begeistert ist Joyce von den Möglichkeiten in der Kita: „Die Kinder können wählen, was sie machen wollen, und ihre eigenen Fähigkeiten entwickeln.“

 Die Kronshagener erlebt sie als „freundlich“. Grundsätzlich seien die Menschen hier aber verschlossener. Mit dem deutschem Brot hat sie ihre Probleme. Sie vermisst Matoke, die aus gedämpften grünen Kochbananen bestehende Nationalspeise Ugandas, und Erdnusssoße. Über den Mangel tröstet sie sich mit dem Besuch einer Kronshagener Eisdiele hinweg.

 Der Gottesdienst am Sonntag, 4. September, um 9.30 Uhr in der Christuskirche steht unter dem Thema „Brücken bauen: Tansania-Uganda-Kronshagen.“ Zusammen mit Salomon Njau aus Tansania stellt sie sich und ihr Land vor. Im Anschluss bietet sie Schmuck und Kleidung aus Uganda zum Verkauf an. Der Erlös soll ihren Aufenthalt mitfinanzieren helfen.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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