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Kahlschlag in der Ulmenallee fand keine Mehrheit

Kronshagen Kahlschlag in der Ulmenallee fand keine Mehrheit

Der Ausbau der Ulmenallee in Kronshagen sorgt seit Wochen immer wieder für Überraschungen: nach dem Beschädigen und Fällen zahlreicher Bäume nun auch durch die Politik selbst. Sowohl im Umweltausschuss als auch in der Gemeindevertretung scheiterten am Dienstagabend zwei grundsätzlich verschiedene Anträge für eine veränderte Ausführung im zweiten Bauabschnitt. Um einen Baustopp zu verhindern, verständigte sich die Vertretung schließlich darauf, mit leichten Veränderungen am ursprünglichen Bauprogramm festzuhalten.

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Die Bäume können beim Ausbau der Ulmenallee nun doch voraussichtlich weitestgehend erhalten bleiben.

Quelle: Torsten Müller

Kronshagen. Im Juni stand die Gemeinde vor der Situation, womöglich wegen der Wurzellage alle Ulmen im zweiten Bauabschnitt fällen zu müssen. Die Verwaltung erhielt daher im vorangegangenen Umweltausschuss den Auftrag, nach Möglichkeiten zu suchen, die geschützten Bäume zu erhalten. Bürgermeister Uwe Meister präsentierte jetzt eine Vorlage, die dieses Ziel erreichen wollte: durch vorsichtige Handschachtung im Gehwegbereich, großzügige Bauminseln, verringerte Parkplatzanzahl und die Verlegung der Hauptstromleitungen in die Fahrbahn. Für nicht fachgerecht zu setzende Straßenborde hätte die Baufirma allerdings keine Gewährleistung übernommen. Durch diese Veränderungen würden sich die ausbaubeitragsfähigen Kosten um 78000 auf gut eine halbe Millionen Euro erhöhen.

 Bei SPD und Grünen biss der Bürgermeister mit seiner Vorlage auf Granit und bekam von Johannes Reimann (SPD) sogar den Vorwurf der „Schlamperei“ zu hören, weil die Ersatzpflanzungen möglicherweise mehr als die angegebenen 33000 Euro kosten könnten. Den Sozialdemokraten ärgerte aber vor allem, dass die Verwaltung nicht die Alternative einer Fällung aller Ulmen vorgeschlagen und dies im Vorfeld mit der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) erörtert habe. Auch Gudrun Rempe (Grüne) hielt es durchaus für sinnvoll, alle Bäume abzuholzen und neu zu pflanzen, damit diese sich langfristig gut entwickeln könnten. Rainer Dohmen (Grüne) befürchtete, dass durch die Baumwurzeln auch im zweiten Bauabschnitt Überraschungen geben könnte, da nur an einer Stelle eine Probeschachtung vorgenommen und tiefe Wurzeln festgestellt worden seien.

 Uwe Meister wies den Vorwurf zurück und protestierte: „Es gab einen klaren Auftrag.“ Die UNB werde zudem keine Fällgenehmigung aus betriebswirtschaftlichen Gründen erteilen. Auch der Baumgutachter sei grundsätzlich für den Erhalt der Ulmen. Daniel Kiewitz (CDU) sah sich angesichts des grün-roten Vorstoßes zur Baumfällung in einer „verkehrten Welt“.

 Wegen der Beschädigung der Ulmen im ersten Bauabschnitt wird es nach Angaben des Bürgermeisters eine juristische Auseinandersetzung um den Schadenersatz geben. Die Baufirma wies unterdessen gegenüber dieser Zeitung Vorwürfe der Gemeinde zurück, nicht sachgemäß gearbeitet zu haben.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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