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Gartenmöbel aus altem Badesteg

Brügge Gartenmöbel aus altem Badesteg

Ein ganz spezielles Flair beim Tafeln oder Grillen im Garten bieten die Outdoor-Möbelgarnituren von Ulrich Bernhardt: Der Tischler und Antiquitätenhändler in Brügge baut aus dem Holz des alten Seestegs von der Bordesholmer Badestelle Tische, Hocker und Sessel. Das bis zu 100 Jahre alte Holz der Konstruktion demontierte er teilweise selbst.

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Mit Schellack poliert Ulrich Bernhardt die Badesteg-Hocker.

Quelle: SvenTietgen

Brügge. Vor allem die Lärchenbretter schraubte Ulrich Bernhardt mit Unterstützung seines Sohnes Fridolin und Helfern vom Steg, der vor genau drei Jahren abgerissen wurde. Ein Gutachten hatte zuvor erhebliche Schäden an der insgesamt 150 Meter langen Steganlage festgestellt. Die dicken Runddalben wurden damals von Tauchern im Seegrund freigelegt und unter Wasser abgesägt. Wie die Bohlen der Unterkonstruktion bestehen die Dalben aus Eichenholz. Für 800 Euro kaufte der Tischler das gesamte Holz, rund 30 Kubikmeter transportierte er in zahlreichen Touren zu seinem Antikhof an der Brügger Dorfstraße. Die Demontage und Abfuhr hat sich aus einer Sicht gelohnt: Das Holz ist in sehr gutem Zustand – und steckt voll mit Geschichten von der Badestelle.

 Nur fünf Millimeter musste Bernhardt von den Rändern der Eichenbohlen wegschneiden. „Dabei ist das Holz teilweise richtig alt, viele Badegäste aus der Region sind darauf herumgelaufen, haben sich gesonnt oder sind vom Steg ins Wasser gehüpft. Das ist schon eine besondere Patina“, erklärt der 64-jährige Brügger, der seit fast 40 Jahren das Antiquitätengeschäft betreibt. Aus den Bohlen der Unterkonstruktion entstanden jetzt die ersten Tische, bis zu 3,60 Meter lang, das Holz ineinander verzapft und mit handgeschmiedeten Eisenbolzen bestückt. Noch glühend heiß wurden die Bolzen in das Holz geschlagen. „Die hat richtig gedampft dabei, die dabei entstandene Asche- und Kohlenschicht zwischen Bolzen und Holz verhindert die Bläue“, erläutert Bernhardt.

 Aus grau lasierten Lärchenbrettern baute der gebürtige Heikendorfer eine erste Garnitur mit Sesseln und Tisch, die oberschenkeldicken Dalben verwandelte er in Hocker mit Oberflächenstrukturen, die teilweise an Hirschhorn erinnern. „Die Struktur entstand durch Insekten, die sich Gänge entlang der Oberfläche gruben“, erzählt der Tischler und poliert dabei die Sitzfläche mit Schellack. Weitere Sitz- und Tischideen mit der Aura der Bordesholmer Badestelle sind in Planung, Stoff dafür ist genug da: Teilweise gut zwei Meter hoch ragen noch mehrere Stegholzstapel auf.

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