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Anmietung in Brux wird zum finanziellen Risiko

Asylunterkünfte Anmietung in Brux wird zum finanziellen Risiko

Bis zu 56 Asylsuchende sind im Falkenhof im Westenseer Ortsteil Brux unterzubringen. Das Hotel liegt zwar am Rand des Amtes Achterwehr, dennoch könnte die abgelegene Unterkunft Folgen für jede der acht Gemeinden haben. Sie müssen die Zeche zahlen, falls Zimmer nicht belegt sind.

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Der Falkenhof im Westenseer Ortsteil Brux bietet Platz für maximal 56 Flüchtlinge. Das Amt Achterwehr hat das Hotel für vier Jahre angemietet.

Quelle: Torsten Müller

Achterwehr/Westensee. Über die Höhe der Miete, die das Amt seit Februar monatlich für den Falkenhof zu zahlen hat, schweigt sich Amtsdirektor Hans-Werner Grewin unter Hinweis auf Vertragsangelegenheiten mit Privatpersonen aus. Dennoch weiß auch er, dass sich die finanzielle Situation des Amtes durch die Bevorratung von Liegenschaften wie den Falkenhof und den Felder Seegarten (30 Plätze) in diesem Jahr erheblich ändern wird, wenn sich die Miete nicht durch Ausgleichszahlungen von Land und Bund refinanzieren lässt.

 Der Amtsdirektor beziffert das Gesamtrisiko für alle Unterkünfte ab Juni auf bis zu 30000 Euro pro Monat. Nach Informationen dieser Zeitung könnten allein auf den Falkenhof knapp zwei Drittel dieses Risikos entfallen. Bis zum Ende des auf vier Jahre angelegten Vertrages muss das Amt in Brux schätzungsweise 900000 Euro an Miete zahlen. Bisher lebt dort lediglich eine fünfköpfige Familie aus Syrien. Sie soll in Kürze nach Felde verlegt werden, damit die Kinder besser zur Schule kommen können.“

 „Im vergangenen Jahr sei das Amt „mit einem blauen Auge davongekommen“, sagt Grewin. Unterbringung und Betreuung von Asylsuchenden gelang vergleichsweise kostengünstig. Für die jetzt etwa 140 Menschen zahlte das Amt knapp 220000 Euro. Unterm Strich waren davon aber nur 1272,71 Euro nicht durch Einnahmen gedeckt. Zum guten Ergebnis trug auch die oft für ihren Zustand kritisierte Unterkunft in Jägerslust bei.

 Da die Baracken abgeschrieben sind, fallen nur geringe Kosten an. Durch die Mieteinnahmen produziert Jägerlust sogar Überschüsse. In den Gesamtausgaben sind allerdings nicht die Personalkosten in der Verwaltung enthalten. Das Thema Asyl beschäftigt mittlerweile zahlreiche Mitarbeiter. Eine spezielle Kostenstelle gibt es dafür nicht. Im März könnte das Betreuungspersonal um bis zu 1,5 Stellen aufgestockt werden.

 Seit Anfang des Jahres erhalten Kommunen für jeden untergebrachten Asylbewerber eine Pauschale von 1000 Euro, ab März sind es sogar 2000 Euro. Dadurch sollen Ausgaben für die Integration wie etwa Sprachunterricht sowie Betreuung und Hausmeisterdienste beglichen werden. Auch Leerstände lassen sich damit vorübergehend finanzieren. „Wenn jetzt allerdings nachhaltige Mietausfälle eintreten, muss auch über die Erhöhung der Amtsumlage nachgedacht werden“, warnt Kämmerer Marco Carstensen. Sie liegt derzeit bei 18,7 Prozent. Ein Prozentpunkt mehr macht etwa 110000 Euro aus. Quarnbek müsste dann 16400 Euro mehr an Umlage zahlen – Felde sogar 21000 Euro. Quarnbek, Achterwehr und Westensee haben bereits jetzt Probleme, ihren Haushalt auszugleichen.

 Können die Verträge mit Falkenhof und Seegarten wieder gelöst werden, wenn weniger Flüchtlinge kommen? Der Amtsdirektor sieht „grundsätzlich“ keine Ausstiegsmöglichkeit, zumal die Eigentümer die notwendigen Umbauten in den jeweiligen Unterkünften selbst finanzierten.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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