21 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Vom Fischen und den Fischen

Strande Vom Fischen und den Fischen

Lecker Fisch vom Kutter! Uwe Pettke (66), Vorsitzender des Fischervereins Strande, klärt auf, was im Netz und auf dem Teller landet. Liebevoll hat der studierte Meeresbiologe und Lehrer darüber ein spannendes Infoheft verfasst. Darin beleuchtet er auch das Leben der Tiere unter Wasser.

Voriger Artikel
Einmal um die Welt gesegelt
Nächster Artikel
Vom Fahrrad bis zum Mercedes AMG

Uwe Pettke, Vorsitzender des Strander Fischervereins, kommt eigentlich aus der Meeresbiologie. Jetzt hat er die Fische, die vor Strande und in den Förden gefangen werden, informativ in einem Heft zusammengefasst.

Quelle: Cornelia D. Müller

Strande. Was zappelt im Netz, was landet in der Einkaufstüte, was kommt auf den Teller? Sind Fische immer da oder machen sie sich rar? Viele Fragen hat der Binnenländer, wenn er Urlaub an der Küste macht und am Fischersteg in Strande oder im Hafen von Eckernförde den Fang beäugt. „Nicht nur der“, sagt Pettke lachend. „Auch Küstenkinder kennen oft nur die Namen der Fischarten und lassen sich die Grätenvertreter nur im Restaurant servieren.“

 Das 33-seitige Heft im Format A4 möchte man nicht wieder aus der Hand geben. Dass die salzige Strömung aus der Nordsee die westliche Ostsee fischreicher als den Rest des Mare Baltikums macht, erschließt sich gleich auf der ersten Seite. Klarer Fall: Hier spricht nicht nur der Fischer mit eigenem kleinen Kutter, sondern auch der Biologe. Der hat jahrzehntelang Kieler Gymnasiasten unterrichtet und weiß, wie man verständlich und wissenschaftlich korrekt erklärt. Wer alles in Strande auf Fang geht, erfährt der Leser auch: 15 Erwerbsfischer – bis auf zwei im Nebenerwerb – , dazu noch Sportangler. Mit Förderern zusammen macht das 36 Mitglieder. Pettke ist seit 1988 Vorsitzender der kleinen Truppe, die zuletzt bei Umweltminister Robert Habeck (Grüne) mit konstruktiven Ideen zu der Umsetzung der europäischen Einschränkungen viel für die Küstenfischer erreicht hat.

 „Der Dorsch (Gadus morhua): Bei den nordatlantischen Rassen findet man häufig Exemplare von 110 Zentimetern Länge und 15 Kilogramm Gewicht. In der Ostsee werden in der Regel viel kleinere Dorsche gefangen. Fische von 60 Zentimetern Länge und drei Kilogramm Gewicht gehören zu den größeren ihrer Art...“ So liest sich ein Einstieg in die Kurzfassung der zweiseitigen Fischporträts. Spannend wird es unter dem Stichwort Verwertung. Und warum welcher Fisch nicht immer ins Netz darf, erklärt Pettke auch: Schonzeiten, Begrenzung der Fangtage und mehr. So bekommt der Leser ein Gefühl dafür, dass die traditionelle Fischerei ein komplexes Handwerk ist und gegen die Natur keinen Sinn macht – und dass es bei Nahrung aus dem Meer um achtenswerte Lebewesen geht. „So soll es sein“, sagt er. Fischer- und Biologenseele lächeln dazu.

 Wie kommt es, dass der Kieler seit Ende der 70er Jahre einen Kutter in Strande hat? „Beim Angeln auf der Mole vor Bülk traf ich einen alten Angelfreund wieder“, erzählt er. „Der hatte schon ein Fischerboot in Strande. Ich bin erst mitgefahren. Das hat so viel Spaß gebracht, dass ich wie die anderen mein Fischereipatent machte.“

 Die wenigen gedruckten Exemplare, die Pettke aus eigener Tasche bezahlt hat, in der Schublade verschwinden zu lassen, wäre schade. So interessiert sich jetzt das Ostsee-Info-Center Eckernförde dafür. Chef Claus Müller: „Wir werden prüfen, ob wir mit Herrn Pettke und den Touristikern daraus eine schöne Broschüre machen können.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

THW-Liveticker!

Alle THW-Spiele live
online verfolgen. Mit
dem THW-Liveticker

Events: Rendsburg

Veranstaltungen in
Rendsburg. Aktuelle
Termine, News, Infos

Anzeige