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Lehrgeld für schnelles Internet bezahlt

Glasfasernetz Bordesholm Lehrgeld für schnelles Internet bezahlt

In diesem Jahr schließt die KNÖV-NetT, Tochter der Versorgungsbetriebe Bordesholm (VBB), den ersten Abschnitt ihres Netzausbaus mit einem Volumen von 10 Millionen Euro ab. Ab 2018 sollen die ersten Gewinne eingefahren werden. Bis Ende 2017 sollen 2500 Haushalte am Netz sein.

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Hightech macht einiges möglich: In der Schaltzentrale kommt das Signal von Globalconnect an und wird an die Haushalte verteilt. Christian Herold ist bei den VBB für KNÖV-NetT zuständig.

Quelle: Frank Scheer

Bordesholm. Ein bisschen wie das kleine gallische Dorf im Römerreich bei Asterix müssen sich die Versorgungsbetriebe Bordesholm (VBB) im April 2010 gefühlt haben, als sie im 200 Seelen-Dorf Sören mit dem Projekt Glasfasernetz-Ausbau starteten. Die VBB verfügten zwar über keinen Zaubertrank wie die Gallier, dafür boten sie aber das „schnellste Internet Deutschlands“ an – und trotz Lehrgelds und Rückschlägen haben sie Branchenriesen wie die Telekom oder Kabel Deutschland die Stirn geboten. In diesem Jahr schließt die VBB-Tochter KNÖV-NetT den ersten Abschnitt ihres Netzausbaus mit einem Volumen von 10 Millionen Euro ab. Ab 2018 sollen die ersten Gewinne eingefahren werden.

 2010 waren die VBB mit den Stadtwerken Norderstedt die ersten Versorger, die sich im Bereich Breitbandversorgung engagierten – die Bordesholmer verlegten das Glasfaserkabel und holten sich mit GlobalConnect und MRNet zwei Partner für Internet, für Telefon und Fernsehen die Stadtwerke Barmstedt ins Boot. Wegen der hohen Kosten schreckten damals die Großen davor zurück, den ländlichen Raum mit Breitband zu versorgen. KNÖV-NetT wagte den riskanten Sprung ins kalte Wasser. „Unsere Aktivitäten wurden sorgfältig beobachtet, aber auch ein bisschen belächelt“, erinnert sich Geschäftsführer Frank Günther, „aber als Sören zu 100 Prozent von der Telekom zu uns gewechselt war, wurden die Konkurrenten aufmerksamer“.

 Jetzt, knapp sechs Jahre später, trägt die Investition trotz hoher Verlustvorträge für den Netzausbau Früchte. „2016/17 rechne ich mit einer schwarzen Null. 2018 verdienen wir Geld“, bilanzierte Günther. Und allen Kritikern sei gesagt, führte er aus: Die Investition belaste die VBB und somit Strom- und Erdgaspreise nicht. Das Rating durch Creditreform steigerte sich von 2014 auf 2015: Der Bonitätswert verbesserte sich von 154 auf deutlich bessere 143 Punkte. Die Skala reicht von 100 (sehr gut) bis 600 (schlecht) Punkte. Der Umsatz belaufe sich bei KNÖV-NetT auf 700000 Euro im Jahr. „An Verlusten schieben wir rund 3 Millionen Euro vor uns her. In zehn Jahren wollen wir die aber zurück verdient haben.“

 Natürlich habe man in dem Neuland auch Lehrgeld bezahlen müssen, räumte er ein. Höhepunkt sei 2012 gewesen, als man sich von MRNet trennte und zu TNG Kiel wechselte. Unterschätzt habe man auch die Wechselfrist von Kunden. „Wir sind zunächst von drei Monaten ausgegangen. Durchschnittlich dauert es aber neun Monate.“

 In Bordesholm und sieben Umlandorten sind 1300 Haushalte am Netz: Telefon, Internet und Fernsehen. Bis Ende 2016 werden es 2000 sein. Das Rathaus sowie viele große Firmen gehören zu den Kunden, Ende letzten Jahres wurde auch das Ökologische Gewerbegebiet angeschlossen. Bis Ende 2017 soll diese Zahl auf 2500 gesteigert werden. In Bordesholm, Hoffeld, Blumenthal, Sören, Schmalstede, Reesdorf, Grevenkrug und Groß Buchwald wäre das eine Haushaltsabdeckung von 50 Prozent. Günther könnte sich vorstellen, auch in Flintbek und Molfsee das Glasfaserkabel zu verlegen.

 An sogenannten Hotspots können Bürger die Leistung des Netzes kostenlos testen: beispielsweise am Bordesholmer Bahnhof, bei Edeka, auf dem TSV-Gelände am Möhlenkamp und auf dem Parkplatz am Hotel Carstens. Das Areal um das Grevenkruger Feuerwehrhaus sei versorgt, Hotspots in Schmalstede und in Groß Buchwald seien geplant.

 Viel Hightech im Herzstück der Versorgung

 Das 500000 Euro teure Herzstück der Versorgung durch KNÖV-NetT mit Internet, Telefon und TV steht am Rande eines Ackers in Sören, gesichert durch einen Zaun mit Stacheldraht. Die Verteilerstation, der sogenannte PoP (Point of Presence), beherbergt in einem 40 Quadratmeter großen Raum Schaltschränke mit viel Hightech, die das ankommende Signal des Anbieters Globel connect durch das 65 Kilometer lange Glasfasernetz (darin sind 500 Kilometer Kabel verlegt) über sechs Mini-PoPs in die Haushalte bringt. Beim Internet beträgt die Mindestgeschwindigkeit im Download 33000 kBt/s. Lösungen bis 500000 kBit/s sind aber möglich, zwei Betriebe in Bordesholm haben einen 100000 kBit/s-Anschluss sowohl im Down- als auch Upload. „Das schafft nicht mal die Telekom“, so VBB-Chef Günther.

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