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Zeitzeugen der Nachkriegszeit berichten

Gettorf Zeitzeugen der Nachkriegszeit berichten

Nazi-Zeit, die Schrecken des Krieges, Flucht und Nachkriegsjahre: Diesem Kapitel der jüngeren Geschichte widmet sich jetzt der Gettorfer Windmühlen- und Verschönerungsverein. „Immer weniger Zeitzeugen haben Kriegsende und Nachkriegsjahre noch miterlebt“, sagt Hans-Christian Sacht. Deshalb stellt der Orts-Chronist mit Unterstützung von Mitstreiterin Brigitte Rumpf eine ganz besondere Veranstaltung auf die Beine.

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In der Gettorfer Mühle Rosa berichten Zeitzeugen über die Nachkriegsjahre: Auch Orts-Chronist Hans-Christian Sacht (82) ist dabei.

Quelle: Jan Torben Budde

Gettorf. Unter dem Titel "Zeitzeugen berichten – Die Nachkriegsjahre in Gettorf" beginnt die Veranstaltung am Freitag, 5. Juni, um 19.30 Uhr in der Mühle Rosa.

Zunächst läuft der Dokumentarfilm Die Jahre danach von Kay Gerdes, worin es um Flucht, Vertreibung und die Nachkriegsjahre in Schleswig-Holstein geht. Danach kommen Zeitzeugen zu Wort. Auch Hans-Christian Sacht wird Erinnerungen aus seiner Kindheit und Jugend in Gettorf schildern. „Die Einwohnerzahl stieg von 1700 vor dem Krieg auf 4300 im Frühjahr 1946“, berichtet der 82-Jährige, dessen Familie noch während des Krieges ausgebombte Kieler beherbergte. Hunger, Kälte und fehlender Wohnraum beherrschten den Alltag. Laut Sacht begann der Frieden für viele Menschen mit dem Kampf ums Überleben – auch in Gettorf.

In der Nachkriegszeit hausten demnach im Barackenlager an der Kirchhofsallee fünf Flüchtlingsfamilien – also über 20 Personen – in einem Raum. Sacht: „Es herrschten Zustände, die sich heute viele Menschen nicht mehr vorstellen können.“ Zudem hätten die Flüchtlinge in ihrem Gepäck kaum zu verarbeitende und traumatisierende Erlebnisse getragen, die ihr Verhalten und das der nachfolgenden Generationen unbewusst prägen sollten. Oft seien schreckliche Erlebnisse verdrängt worden. Gleichwohl verbindet Sacht auch schöne Erinnerungen mit der Nachkriegszeit: Einheimische kickten mit Flüchtlingen oder spielten mit ihnen Handball. Es wurde gekegelt, gefeiert und getanzt. Der Gettorfer spricht von einer lebhaften Zeit.

Auch 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sind Flucht und Vertreibung noch aktuelle Themen. „Für jüngere Menschen bietet sich in der Veranstaltung eine Gelegenheit, Zeitzeugen zuzuhören und zu befragen“, betonen Brigitte Rumpf und Hans-Christian Sacht. Beide wünschen sich nach den Schilderungen der Zeitzeugen eine Gesprächsrunde, worin Besucher ihre Eindrücke aus der Zeit einfließen lassen können. Der Eintritt ist frei, es wird aber um eine Spende für die Tafel in Gettorf gebeten.

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