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Freie Fahrt für Radler in Kronshagen

Verkehrsausschuss Freie Fahrt für Radler in Kronshagen

Radler auf die Straße bringen, Einbahnstraßen auch in Gegenrichtung für Velos befahrbar machen, Hindernisse aus dem Weg räumen: Diese Punkte werden derzeit in Kronshagen heiß diskutiert. Sie sind Ergebnis einer Tour, die Mitglieder des Verkehrsausschusses mit dem Radlerverband ADFC unternahmen.

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Die Radwegbenutzungspflicht soll nach den Vorschlägen des Verkehrsausschusses auch im Hasselkamp aufgehoben werden.

Quelle: Torsten Müller

Kronshagen. Am Donnerstagabend beauftragte der Ausschuss die Verwaltung, diese Punkte fachlich aufzubereiten und rechtlich abzuprüfen.Gibt es grünes Licht, dann könnte bereits im Sommer die Radwegbenutzungspflicht an vielen Stellen, zum Beispiel im Hasselkamp, aufgehoben werden. Dann dürften Radler dort in beiden Richtungen legal auf der Straße fahren, was einige bereits jetzt machen. Der Zweirichtungsradweg erfüllt schon längst nicht mehr die gesetzlichen Anforderungen. Er ist viel zu schmal und birgt Gefahren.

Auch ältere Menschen könnten profitieren

Ausgenommen wären Kinder unter zehn Jahre. Zudem würde der jetzige kombiniert Geh- und Radweg zum Fußweg erklärt werden, aber den zusätzlichen Hinweis bekommen „Radfahrer frei“. Durch diese Beschilderung könnten erkennbare Radwege weiterhin in Fahrtrichtung benutzt werden – neben dem Hasselkamp würde dies auch im Suchsdorfer Weg, in der Eckernförder Straße und der Claus-Sinjen-Straße sowie wie bereits jetzt in der Kopperpahler Allee gelten.

Erlaubnis-Schilder sollen aus Sicherheitsgründen insbesondere auf Fahrradschulwegen, wie im Ottendorfer Weg, im Eichkoppelweg und der Kieler Straße, geben – auch ältere Menschen könnten davon profitieren. Renate Graetsch (UKW), Ausschussvorsitzende und maßgeblich an der Ausarbeitung des Katalogs beteiligt, äußerte allerdings Bedenken, Radler auf die Kieler Straße zu lassen: „Nur, wenn alle Autos wie in Schleswig Tempo 30 fahren.“

Weitere Erleichterungen vorgesehen

Zu dem Paket an Vorschlägen gehörten auch andere Erleichterungen: Nervig sind auch die in Kronshagen verbreiteten Doppelgitter auf Geh- und Radwegen, die Autos an der Durchfahrt hindern sollen. Sie machen allerdings nicht nur den Sattelsitzer das Leben schwer, sondern auch Menschen in Rollstühlen oder mit Kinderwagen. Im Waidmannsruh könnte das Gitter durch einen Poller ersetzt werden. An der Bahnlinie im Eichkoppelweg gibt es allerdings Bedenken gegenüber einer Entfernung: Dort sollen Schulkinder nicht bewusst abgebremst werden. Freie Fahrt sollen Radler in entgegengesetzter Richtung von Einbahnstraßen, zum Beispiel in der Volbehrstraße, erhalten.

Kritik an der Präsentation kam von Dieter Enders (CDU), der nicht an der Radtour im Regen teilgenommen hatte: Er fand die Vorlage detailarm und „luschig“; zudem befürchtete er zum Teil hohe Kosten. Renate Graetsch entgegnete: „Wir hätten wie beim Radwegekonzept 2008 auch eine Firma für viel Geld beauftragen können.“ Winfried Dittmann (Grüne) nahm die Vorsitzende in Schutz: „Jeder konnte in der Gruppe mitmachen. In der Liste sind Dinge aufgenommen, die Radler als Probleme erleben. Wir wollen was für junge Familien tun.“ Michael Ritz vom ADFC, selbst Kronshagener, reagierte enttäuscht auf die Kritik: „Schade, dass unser ehrenamtliches Engagement schlecht geredet wird.“

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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