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Klassiker trifft die Moderne

Eckernförde Klassiker trifft die Moderne

Wie entsteht Lyrik, was macht sie aus? Einblicke gibt eine Ausstellung im Foyer des Eckernförder Rathauses zum Auftakt der Wilhelm-Lehmann-Tage.

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Die Kulturbeauftragte Andrea Stephan (links) und die Vorsitzende der Lehmann-Gesellschaft, Beate Kennedy, starten die Lyrik-Ausstellung Musenküsse.

Quelle: CHristoph Rohde

Eckernförde. Während des literarischen Wochenendes, Freitag und Sonnabend, 8./9. Mai, können die Besucher sich vertieft mit der Dichtkunst auseinandersetzen. Erstmals halten zwei ehemalige Lehmann-Preisträger und zwei von ihnen ausgewählte Nachwuchslyrikerinnen einen Diskurs über ihre Arbeit und ihre Beziehung zu Lehmann.

Die Vorsitzende der Lehmann-Gesellschaft, Dr. Beate Kennedy, kommt angesichts der Exponate in den Rathaus-Vitrinen ins Schwärmen: „Hier haben wir einen Erstdruck von Jan Wagners Regentonnenvariationen.“ Es sind exakt die ausgedruckten Blätter, die der Autor an seinen Verlag schickte. Unikate sozusagen. Mit Jan Wagner hatte die Gesellschaft einen richtigen Riecher bewiesen, als sie dem Lyriker 2009 den ersten Wilhelm-Lehmann-Preis verlieh. Dieses Jahr erhielt er den Preis der Leipziger Buchmesse in der Sparte Belletristik für eben diese Regentonnenvariationen.

Weiter ist ein Blatt mit handschriftlichen Korrekturen an Wagners Gedicht Koalas zu sehen sowie die Version, die letztlich zum Druck kam. So lässt sich etwas erahnen von der Vielschichtigkeit des Entstehungsprozesses von Lyrik. Weitere Exponate sind Nico Bleutge gewidmet, der 2011 mit dem Lehmann-Preis bedacht wurde. Und natürlich werden Raritäten zu Wilhelm Lehmann selbst ausgestellt. Dazu gehört eine Literaturkritik aus der Zeitung Die Welt von 1968, die mit dem Titel „Letzter einer großen Epoche“ überschrieben war. Darunter Lehmanns letztes Gedicht, das er im Eckernförder Krankenhaus auf dem Sterbebett verfasste: „Ausgelaufen ist der Krug. Erde spricht, es ist genug...“

Lehmanns Lyrik-Verständnis trifft auf den Lehmann-Tagen auf vier zeitgenössische Schriftsteller und ihre Interpretation von Sinn und Wollen von Gedichten. Wagner und Bleutge haben sich entschieden, Ulrike Almut Sandig und Kerstin Preiwuß mit nach Eckernförde einzuladen. Die Autoren bilden gemeinsam ein „Lyrisches Quartett“, das nicht nur lesen, sondern auch über die Kunst des Gedichts und die literarischen Thesen Lehmanns diskutieren wird. Was sagen junge Lyriker heute zu den Gedanken des Altmeisters, wohin führt sie ihr eigener Weg? Moderiert werden die Runden von Hölderlin-Preisträgerin Doris Runge und von Kennedy. Eine Einführung hält Lehmann-Experte Wolfgang Menzel.

Wilhelm-Lehmann-Tage Eckernförde, 8./9. Mai, Ratssaal im Rathaus. Freitag, 8. Mai, 19 Uhr, Lesung des „Lyrischen Quartetts“. Sonnabend, 9. Mai, 10 Uhr, Diskussion über die „Kunst des Gedichts“.

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Christoph Rohde
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