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Auf Kriegsfuß mit Krähen

Gettorf Auf Kriegsfuß mit Krähen

Ihr Krächzen und der Kot sorgen für Ärger: Deshalb scheiden sich an den Krähen in Gettorf die Geister. „Wenn man ihnen zu viel Raum gibt, wird man der Lage irgendwann nicht mehr Herr“, wünscht sich Einwohner Peter Wulf ein Vergrämen der Krähen. Allerdings stehen die Vögel unter Schutz – und in der Kita Parkallee sind die Krähen sogar beliebt.

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Die Krähen stehen unter Schutz, trotzdem sind sie einigen ein Dorn im Auge.

Quelle: Jan Torben Budde

Gettorf. Er macht um den sogenannten Krähenwald am Vereinsheim des Gettorfer Turnvereins (GTV) einen großen Bogen. „Die Brutzeit führt zu einer gewaltigen Vogelpopulation“, berichtet Wulf. Unter den Bäumen spanne mancher Sportler lieber einen Regenschirm auf. Tatsächlich ist der Weg mit Vogeldreck übersät. Sein Auto würde er daher auf dem Parkplatz Ecke Kirchhofsallee/Parkallee gewiss nicht abstellen. Nach seiner Darstellung bestehe das Problem nicht nur dort, sondern auch vor seiner Haustür am Nierott. Nachbarn fühlten sich ebenfalls durch die Krähen belästigt. Nicht nur wegen des Kots auf einem Kinderspielplatz. „Die Krähen stören auch die Ruhe auf der Terrasse“, sagt der 76-Jährige. Was tun? Wulf fragt sich, ob Äste oben in den Baumkronen entfernt werden könnten. „Diese bevorzugen die Krähen offenbar als Nistmöglichkeit“, sagt er. Gleichwohl weiß der Gettorfer, dass die Vögel unter Schutz stehen und es keine Gewissheit gebe, dass sie sich dann nicht anderswo im Ort ansiedeln. Er hofft auf eine Lösung.

Wegen der Krähen flatterte dem Amt Dänischer Wohld bereits eine entsprechende Anfrage ins Haus. Darin erkundigte sich ein Anlieger des Nierotts nach Möglichkeiten einer Vergrämung der Vögel. Das Ordnungsamt wandte sich daraufhin an das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR), wonach ohnehin erst nach Ende der Brutzeit im Sommer gehandelt werden könne. Laut Matthias Meins, Amtsdirektor Dänischer Wohld, müsse dann im Einzelfall geprüft werden, ob die Vögel überhaupt verscheucht werden dürfen. Gerade in besagtem Krähenwald am GTV-Vereinsheim sieht der Jurist mit Verweis auf artenschutzrechtliche Grundsätze hohe Hürden, was eine Vergrämung betreffe – erst vor wenigen Jahren sei der Bebauungsplan entsprechend geändert worden.

Tatsächlich unterliegen auch die Krähen dem allgemeinen Schutz der EU-Vogelschutzrichtlinie. Für eine Vergrämungserlaubnis müsse schon eine besondere Störwirkung nachgewiesen werden, erklärt Pressesprecher Martin Schmidt vom LLUR. Die Brutzeit sei tabu. Zudem müssten langfristige Folgen, wie das Ausweichen der Vögel auf andere Standorte bedacht werden.

GTV-Vorsitzender Gunnar Buchheim spricht von einem Dauerthema: „Es ärgert viele.“ In seiner Brust schlagen zwei Herzen. Er könne zwar auf Krähenkot an Vereinsheim und Autos verzichten. Doch aufgrund des Naturschutzes erübrige sich die Debatte. „Die Kinder finden Krähen super“, verrät Christel Sothmann, Leiterin der Kindertagesstätte Parkallee. Es gebe in der Kita sogar entsprechende Projekte: Die Lütten singen Krähenlieder, beobachten die Vögel und verkleiden sich als Raben. „Wir haben uns damit arrangiert“, sagt die Sozialpädagogin.

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