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Den Sängern auf der Spur

Eckernförde Den Sängern auf der Spur

Der Frühling hat eine Stimme. In diesen Wochen ist es überall zu hören, das Zwitschern, Flöten und Tirilieren der Singvögel. Doch wer tönt da eigentlich? Vogelstimmenwanderungen in der Region geben einen Anstoß, sich mit den kleinen Sängern näher zu beschäftigen. Naturführerin Kirsten Giese erklärt, worauf man achten muss.

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Vogelstimmenwanderungen lüften das Geheimnis hinter den Klängen der Singvögel

Quelle: Wildpark Eekholt

Eckernförde. Der Mensch erfreut sich an dem Gesang von Amsel, Zaunkönig oder Meise. Doch gedacht ist er für jemand anderen. Das Vogelmännchen will vielmehr sein Weibchen beeindrucken. Die Balz ist laut Kirsten Giese ein Anlass für die Arien in Garten, Park und Wald. Der andere ist das Markieren des eigenen Reviers gegenüber Kontrahenten. „In der Regel singen nur die Männchen“, weiß Giese. Eine der wenigen Ausnahmen ist das Rotkehlchen.

Doch wie erkennt man am Gesang, welcher Vogel der Urheber ist? „War es die Lerche oder die Nachtigall?“, fragten sich schon Shakespeares Romeo und Julia. Bei einigen Arten ist es einfach: Beim Kuckuck beispielsweise oder beim Zilpzalp. „Die machen immer das Gleiche“, sagt Giese. Bei vielen anderen Vögeln ist es komplizierter. Sie singen variantenreich, wie etwa der Star oder der Gelbspötter, und sie imitieren mitunter sogar andere Vögel. So kann eine Kohlmeise auch mal wie eine Schwanzmeise klingen. Und die Amsel ist sogar in der Lage, ein Telefonklingeln in ihren Gesang einzubauen.

Vogelstimmen zu erkennen, braucht Geduld. Giese, studierte Biologin und zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin, konzentriert die Führungsteilnehmer darum zunächst auf sieben bis acht Vögel. „Lieber weniger, aber dafür mit Erfolg“, lautet ihr Credo. Am Anfang geht es darum, die arttypischen Laute zu erkennen. So wie der Gimpel ein trauriges „Dü“ erklingen lässt, oder die Ringeltaube ein „Gugurugugu“ im Fünfer-Rhythmus. Es helfen auch Merksätze wie das plattdeutsche „Düt, düt, düt, dat is mien Revier“ für den Buchfink. Giese: „Ich gebe gerne Klangbilder weiter.“

Das Hören von Vogelstimmen ist auch ein meditatives Erlebnis in der Natur. „Man konzentriert sich auf den Gesang und entschleunigt dabei“, sagt die Naturführerin. Und ganz nebenbei bekommt der Wanderer einen Eindruck von der Vielfalt der Vogelwelt. Doch die ist auch gefährdet. Die Zahl der Singvögel gehe allgemein zurück, bedauert Giese. „Das ist ein schleichender Prozess.“ So wissen manch Jüngere schon nicht mehr, wie eine Feldlerche klingt. Auf den Äckern der Intensivlandwirtschaft findet sie keine Nahrung. Gartenbesitzer können etwas für Singvögel tun, indem sie heimische Gehölze und Stauden pflanzen und auch mal eine „wilde Ecke“ zulassen.

Vogelstimmenwanderungen: Freitag, 17. April, 17 Uhr, im Möhlhorster Wald, und Freitag, 29. Mai, 18.30 Uhr, am Bültsee, mit Kirsten Giese (Tel. 04354/809587). Freitag, 1. Mai, 7 Uhr, im Louisenlunder Wald, mit Manfred Bach (Tel. 04354/1362). Sonntag, 10. Mai, 5.30 Uhr, am Hof Großholz, mit Andreas Makus (Tel. 04352/9117645).

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
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