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Freilichtmusuem in anderem Licht betrachtet

Vollmondnacht Freilichtmusuem in anderem Licht betrachtet

Taschenlampen-Lichtkegel streiften Sonnabendnacht über die Hauswände im Freilichtmuseum Molfsee. Doch es waren keine Einbrecher, die nach verborgenen Schätzen in den historischen Gebäuden suchten, sondern 25 Teilnehmer der ersten Vollmond-Museumsnacht, die mit Volkskundlerin Angela Gripp von der alten Meierei starteten.

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Im Dunkeln auf der Suche nach dem Schloss des Hamburger Schapp: Gäste der Mondlichführung Christian Olsson (14) und Heike Dreher.

Quelle: Beate König

Molfsee. „Die besondere Stimmung auf dem stillen Museumsgelände,“ wollte die Museumsführerin teilen. Der 21. Mai war dafür der beste Tag: Nur an diesem Sonnabend in der Saison war Vollmond.

Beim Rundgang im Bummelschritt geht es nicht nur um Fachwerk und Reet. Alle Attraktionen, die die Besucher interessieren, werden angesteuert. Auch ein Blick auf den weit entfernten Uhu-Nachwuchs im Nest auf dem First der Gulfscheine ist drin, bevor es ins spärlich beleuchtete Haus Schmielau geht. Mit effektvoll gesetzten  Taschenlampen-Schlaglichtern lenkte Angela Gripp den Blick wie in einem expressionistischen Film auf die Reichtümer des Milchbauern, dem das Haus gehörte. Das Hamburger Schapp, ein riesiger Schrank mit einem verstecktem Schlüsselloch, wirkt in der Dämmerung noch imposanter.  Die weiße Büste des Schriftstellers Johann Heinrich Voß, der im Haus Schmielau häufiger Gast war, leuchtete im Licht fast mystisch überhöht aus der dunklen Wohnzimmerecke hervor.

Das Spiel von Licht und Schatten im Haus und das Dunkel vor der Tür weckte die Fantasie von Christian Olsson. „Guck mal, eine geheime Tür“, zeigte der Junge auf dem Flur. Tatsächlich: Durch einen Schlitz zwischen Tür und Wand drang Licht und machte die Umrisse einer Tapetentür sichtbar, an der man tagsüber achtlos vorübergeht.

Draußen übertrug sich Stille zwischen den Häusern auf die Besucher. Ohne den Lärm der L318 reichte es, mit gedämpfter Stimme zu sprechen: „War der Boden mit Heu gefüllt, tanzte der Haubarg bei Wind“, erzählt Angela Gripp über eins der imposantesten Bauernhäuser am Wegesrand.

Gratiszugabe zur Führung durch die geschichtsträchtigen  Wohn- und Nutzgebäude war der Blick auf die Tiere, die nachts das Museum bevölkern. „Da! Rehwild“, flüsterte Besucherin Heike Dreher und zeigte auf die Grünfläche vor der Wassermühle. Auf dem Rasen vor dem Vierrutenbarg, einem Strohspeicher, suchten Gänse nach Nahrung, Vogelgezwitscher lag in der Luft.

Eine Überraschung erwartete Stadtmenschen auf dem Bauernhof. Dort lockten die Gäste zur Nachtzeit die Tiere aus den Ställen. Esel, Schweine und Schafe kamen bis an den Zaun, um die Menschen zu bestaunen.

Mit 25 Besuchern beim ersten Mondschein-Rundgang war Angela Gripp zufrieden. „Das könnten wir wiederholen,“ stellte sie in Aussicht. Dann vielleicht tatsächlich im Mondschein. Wolken verdeckten am Sonnabend den Blick auf den Trabanten.

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