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Auf der Suche nach versteinerten Seeigeln

Kiesgrube Negenharrie Auf der Suche nach versteinerten Seeigeln

So viel hatte Gerald Kopp, Leiter des Brügger Museums Tor zur Urzeit, lange nicht mehr zu erklären gehabt. Rund 100 Interessierte hatten sich einer Exkursion einer Exkursion in die Negenharrier Kiesgrube angeschlossen, um dort unter fachkundiger Leitung nach Versteinerungen zu suchen.

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Michael Strate (rechts) guckte sich wie die anderen Teilnehmer die Steine im Kiesewrk ganz genau an.

Quelle: Sven Tietgen

Brügge/Negenharrie. Gerald Kopp kennt sich nicht nur mit Findlingen und toten Fossilien aus. Auf der Suche nach uralten Versteinerungen im Negenharrier Kieswerk Gnutzmann zögerte der Leiter des Urzeitmuseums keine Sekunde, als er den fingerlangen lebendigen Lurch auf der Handfläche eines Teilnehmers sah. „Das ist keine Eidechse, sondern ein Teichmolch“, sagte Kopp in die aufmerksam lauschende Runde aus Kindern und Erwachsenen.

 Bereits in der Museumsscheune als Startort der Tour drängten sich an die 100 Interessierte. Vor allem Familien mit Kindern umringten die ausgestellten Dinosaurier-Nachbildungen, suchten in einer mit Sand gefüllten „Schatzkiste“ nach verborgenen Edelsteinen oder griffen in die Box mit Knochenfunden von Eiszeittieren wie Mammut, Steppenwisent und Wollnashorn. „Ich bin überwältigt, Mit so einer Resonanz haben wir nicht gerechnet“, bekannte der Museumsleiter bei der Begrüßung.

 Angesichts des Andrangs ließ Kopp den Einführungsvortrag ausfallen, hielt statt dessen Versteinerungen von Meerestieren in die Höhe – und machte so den Besuchern Appetit auf die Kiesgrube. Vor Ort zwischen den Stein- und Sandhaufen schärfte der promovierte Diplom-Geologe den Besuchern ein, wegen der Verletzungsgefahr mit scharfkantigen Splittern auf keinen Fall mit dem Hammer auf Feuersteine zu schlagen. Dann schwärmten die Nachwuchspaläontologen aus. „Ausgucken“ war angesagt, interessante Steine wanderten in mitgebrachte Eimer. Schon nach einer Viertelstunde gab es die ersten Jubelrufe, Nadine Wagner hatte einen versteinerten Seeigel heraus gepult. „Toll, das ist mein allererster Ausflug in die Kiesgrube, schon finde ich eine Versteinerung“, freute sich die Bordesholmerin.

 Vor allem die Kinder suchten mit Feuereifer die Halden nach interessanten Steinen ab. Fast ununterbrochen legten die Fossilienfans ihre Funde dem Expeditionsleiter vor. Oft griff Kopp zur Lupe, um Details besser zu erkennen. „Das ist ein Feuerstein, das Gelbe darauf ist eine Eisenkruste, ein schönes Stück“, sagte er einem Mädchen. Tonablagerungen wurden ebenso begutachtet wie Quarzkristalle in Feuersteinen, die hell in der Sonne glitzerten. Dazu gab es Wissenswertes rund um die Entstehung der Kiesgrube, von Kopp mit bildstarken Worten erzählt: „Wie ein Bulldozer haben Gletscher bei der Eiszeit die Steine hierher geschoben.“

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