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WIR und CDU vertrauen Bürgermeister nicht mehr

Rücktritte in Quarnbek WIR und CDU vertrauen Bürgermeister nicht mehr

Das politische Tischtuch in Quarnbek ist nun völlig zerschnitten. Die Fraktionen von WIR und CDU traten am Freitag geschlossen zurück. „Eine Vertrauensbasis ist für uns nicht mehr gegeben“, erklärten die Fraktionsspitzen Gunda Niemann (WIR) und Wolfgang Gradert (CDU) gemeinsam.

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Bürgermeister Klaus Langer (Grüne) erzielte in Quarnbek bei der Kommunalwahl 2013 fast 63 Prozent der Stimmen. Doch WIR und CDU sehen das Vertrauensverhältnis zu ihm zerrüttet. Sie traten geschlossen zurück.

Quelle: TM

Quarnbek. Nach Darstellung von Niemann und Gradert hätten ihre beiden Fraktionen in den vergangenen Monaten „alles versucht, um unsere Gemeinde sowohl finanziell als auch im persönlichen Umgang in ruhiges Fahrwasser zu bringen – leider ohne Erfolg“. WIR und CDU bezweifeln die Ernsthaftigkeit von Bürgermeister Klaus Langer und der Grünen-Fraktion, „unsere Gemeinde in eine sichere Zukunft führen zu können und zu wollen“. Die Partei, die bei der Kommunalwahl die meisten Stimmen in Quarnbek bekommen habe, so Niemann und Gradert, scheine eher damit beschäftigt zu sein, „eigene Interessen zu vertreten“ anstatt die aller Bürger.

 Die Kritik richtet sich vor allem an Bürgermeister Langer: WIR und CDU halten ihm vor, seiner „Pflicht zum Ausgleich“ in der Gemeindevertretung nicht nachgekommen zu sein. Beide Fraktionen fühlten sich von ihm „zu keiner Zeit mitgenommen“. Mehrfach habe Langer wichtige Informationen „zurückgehalten“. Bis zur Kommunalwahl 2018 wollen die bisherigen Fraktionsmitglieder die politischen Prozesse nun kritisch verfolgen und sich entsprechend ausrichten.

 Auf Nachfrage nahm Klaus Langer den Rücktritt „mit Bedauern zur Kenntnis“. Er habe die Entscheidung am Vormittag von Niemann und Gradert bei einer zufälligen Begegnung in der Amtsverwaltung erfahren. Zu den Vorwürfen sagte er: „Das sind die üblichen Unterstellungen.“ Würde er darauf antworten, würden seine Worte „nur wieder umgedreht werden“. Er bedauere, dass die gewählten Vertreter ihre Wähler im Stich ließen.

 Trotz der Rücktritte wird die Gemeindevertretung am kommenden Dienstag tagen – allerdings nur mit den sieben Mitgliedern der Grünen. In der Folge soll eine Parteiversammlung klären, ob die Fraktion bis zum Ende der Wahlperiode weitermacht oder zurücktritt, um – wie in Felde – vorzeitige Neuwahlen zu ermöglichen.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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